In kurzer Zeit von 1219 bis 1227 auf Geheiß von Kardinal Guala Biccheri erbaut, gilt die Abtei Sant'Andrea in Vercelli noch heute als eines der ersten Beispiele gotischer Architektur in Italien. Zunächst einmal dominiert die Giebelfassade aus Ziegelstein und lokalem Stein, überragt von zwei schlanken Türmen und verziert mit drei schönen gespreizten Rundportalen. Unter diesen sind das mittlere und das linke Portal noch heute mit plastischen Lünetten verziert, die der antelamischen Schule zugeschrieben werden und das Martyrium des Heiligen Andreas bzw. des Gründers Biccheri bei der Schenkung der Kirche an den Heiligen darstellen. Das Innere hat die Form eines lateinischen Kreuzes, das in drei Schiffe unterteilt ist, die durch Erker mit Kreuzrippengewölben und Spitzbögen gekennzeichnet sind. Direkt an der Kreuzung des Querschiffs befindet sich die zentrale Apsis, in der sich der Hochaltar und ein schöner hölzerner Chor aus dem 16. Jahrhundert befinden, der von der großen Rosette beleuchtet wird, die den rechteckigen Kopf der Apsis dominiert. Neben der zentralen Apsis gibt es auch vier Seitenkapellen (zwei auf jeder Seite), und in einer von ihnen befindet sich noch das Grab von Tommaso Gallo, dem ersten Abt von Sant'Andrea. Die Kreuzung des Querschiffs wird dann von einem achteckigen Tiburium überragt, das immer aus Ziegelsteinen gebaut ist, während der Glockenturm, der das Gebäude auf der rechten Seite flankiert, später errichtet wurde und aus dem 15. Auf der linken Seite hingegen wird die Kirche von einem Kreuzgang flankiert, der ursprünglich die viktorianischen Kanoniker beherbergte, die mit der Leitung der Abtei betraut waren; unter den Räumen des Kreuzgangs befinden sich das Piccolo-Studio und die Aula Magna der Universität des östlichen Piemont, die die Räume belegen, die einst für die Gästequartiere bzw. das Refektorium genutzt wurden. Schließlich gibt es den Kapitelsaal, der seine mittelalterlichen Formen bewahrt und eine sehr süße Madonna mit Kind von Bernardino Lanino beherbergt.