Es ist unmöglich, nach Bordeaux zu kommen, ohne das Grand-Theatre zu sehen. Unweit der Uferpromenade gelegen, treffen hier die wichtigsten Achsen der Stadt aufeinander. Das Grand-Theatre, auch bekannt als Opéra National de Bordeaux (ONB), ist zwar eine Institution, aber auch ein Unterhaltungszentrum, das einem breiten Publikum offen steht, da Gebäude und Funktion eng miteinander verbunden sind. Sie war Gastgeberin von Tango à l'Opéra, einer Veranstaltung mit Vorführungen, Kursen und Vorträgen zum Thema Tango. Das Grand-Theatre hat sich mit der Zeit entwickelt, ohne seine Ausstrahlung zu verlieren, und ist immer im Bereich der Exzellenz geblieben. Die Architektur mit ihren zwölf korinthischen Säulen, die eine Galerie vor der Fassade bilden, ist faszinierend. Oben: zwölf Statuen, meist Musen und Kunstgöttinnen. Die Statuen sind das Werk von Pierre Berruer, aber das gesamte Gebäude wurde von Victor Louis entworfen, der ein Projekt vorschlug, das den Ambitionen des Gouverneurs von Guienne und der Juroren von Bordeaux entsprach. Seit seiner Einweihung im Jahr 1780 zieht das Grand-Theatre Liebhaber der Musik und des klassischen Tanzes an, die von der Eleganz des Eingangs und der großen Treppe, die von dem darüber liegenden Okulus beleuchtet wird, verzaubert werden. Es ist die erste Station der Route des historischen Theaters in Frankreich. Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude restauriert und angepasst. So fasst der große Saal, der seine ursprünglichen Farben Blau, Weiß und Gold (die Farben des Königshauses und nicht mehr Rot) zurückerhalten hat, nur noch 1.114 statt der früheren 1.700 Zuschauer, um mehr Komfort zu bieten. Inzwischen wurde der "kleine" Konzertsaal für Kammermusik mit 700 Plätzen in ein großes Foyer umgewandelt. Die jüngsten Renovierungsarbeiten haben den Glanz des Goldes wiederhergestellt. Mit seinen 400 Mitarbeitern, darunter 200 Künstler, ist das ONB der größte Arbeitgeber im Unterhaltungssektor außerhalb von Paris. Die Einrichtung hat Kostümbildner, Schneider und Dekorateure eingestellt. Das Programm ist vielfältig und umfasst Opern-, Sinfonie- und Barockmusik, aber auch Klavierabende, Ballett und Jazz. Das Auditorium, ein modernes Gebäude in unmittelbarer Nähe, das über den größten Orchestergraben Europas verfügt, wird ebenfalls genutzt.