Der Kleine Schildkrötenbrunnen ist ein großartiges Beispiel für die italienische Spätrenaissance. Er ist mit vier Statuen von Ephebe, d. h. hübschen Jungen, geschmückt, um die herum acht Delphine stehen. Der Name des Werks bezieht sich auf kleine Bronzeschildkröten. Sie sind wahrscheinlich ein Werk Berninis und wurden dem Brunnen 1658 hinzugefügt.
Um den Schildkrötenbrunnen rankt sich eine Legende. Angeblich verlor Prinz Muzio Mattei in einer Nacht sein gesamtes Hab und Gut. Um den Respekt der Familie seiner zukünftigen Frau (insbesondere des Schwiegervaters) wiederzugewinnen, wettete er, dass er in der Nacht einen Brunnen auf dem Platz vor dem Haus bauen würde. Am nächsten Morgen stand sie tatsächlich auf dem Hof. So erhielt der junge Mann die Erlaubnis zu heiraten.
Der Brunnen wurde in Wirklichkeit zwischen 1580 und 1588 vom Architekten Giacomo della Porta erbaut und mit Skulpturen von Taddeo Landini geschmückt. Er war Teil eines größeren Projekts, in dessen Rahmen 18 neue Brunnen in der Stadt errichtet wurden, die mit Wasser aus dem alten römischen Aquädukt Acqua Vergine gespeist wurden.