Ein Paradies auf Erden: So definierte Thor Heyerdahl Colla Micheri. Wenn der norwegische Entdecker nach seiner Weltreise und der Überquerung des Pazifiks auf dem Floß "Kon Tiki" beschloss, sich in diesem kleinen ligurischen Dorf niederzulassen, muss es dafür einen Grund geben. Heute fast unbewohnt, wurde Colla Micheri è in den 1950er Jahren berühmt, weil Thor Heyerdahl beschloss, sich dort niederzulassen. Aber wer war Thor Heyerdahl? Der norwegische Entdecker und Anthropologe, der für seine abenteuerlichen Unternehmungen in die Geschichte einging.
Im Jahr 1947 unternahm er eine 101-tägige Reise von Perù nach Polynesien auf einem großen Balsaholzfloß, der "Kon-Tiki". Sein Ziel war es, die Theorie zu beweisen, dass Polynesien von Menschen aus dem Land der Inkas erreicht worden war und nicht aus Asien, wie man heute noch glaubt. Er baute das Boot auf der Grundlage der Fähigkeiten und der Materialverfügbarkeit der präkolumbianischen Zivilisationen. Er stützte sich auf einheimische Arbeiter, die Experten im Bau von Schiffen waren, die denen ähnelten, die in der Antike auf den Ozean fuhren. Er wiederholte das Abenteuer 1970 und überquerte den Atlantik mit einem Papyrusboot (Ra II) von Marokko bis zu den Antillen; mit einem Schilf-Floß (Tigris) segelte er stattdessen vom Irak bis zu den Malediven. Colla Micheri hingegen ist ein Ortsteil von Andora, kann aber von Laigueglia aus leicht zu Fuß erreicht werden, inmitten von Olivenhainen und Meereskiefern.
.Von der Via Monaco aus folgen Sie einer ansteigenden Straße, bis Sie einen Saumpfad erreichen, der Sie auf den Gipfel des Hügels führt. Bald finden Sie Hinweisschilder: Fahren Sie links weiter und Sie kommen nach Colla Micheri. Die Besonderheit dieses Weilers besteht darin, dass die Häuser auf der Rückseite des Hügels gebaut wurden, um Überfälle auf die Küste zu vermeiden, da sie von den in Laigueglia landenden Sarazenen nicht entdeckt werden konnten.
Das Zentrum von Colla Micheri è versammelt sich um einen kleinen Platz mit einem schönen weiß-grauen Steinplattenpflaster. Hier steht die Kirche von San Sebastiano mit ihrer ziegelroten Fassade. Vor dem Gebäude befindet sich eine Gedenktafel, die daran erinnert, dass Papst Pius VII. 1814 auf dem Rückweg aus seinem französischen Exil hier Halt machte. Fünf Jahre lang war er eine Geisel Napoleons. Nach seiner Freilassung sollen die Gläubigen in Scharen herbeigeeilt sein, um den alten Pontifex zu begrüßen, wenn er vorbeikam. Aus diesem Grund wird Colla Micheri auch 'Der Pass des Papstes' genannt. Vom Platz aus führt eine endlose Reihe von Gassen zu engen Straßen, wie es in ligurischen Dörfern oft der Fall ist, die in alten Häusern enden, reichen Steingebäuden, die von außen mit Blumen und Pflanzen geschmückt sind.