Der Englische Garten in München ist die grüne Lunge der Stadt, eine riesige Naturfläche, die sich vom Zentrum bis in die Vororte erstreckt. Mit einer Fläche von 373 Hektar ist er neben dem New Yorker Central Park und dem Londoner Hyde Park einer der größten Stadtparks der Welt. Das Projekt wurde 1789 von Kurfürst Karl Theodor bei dem amerikanischen Offizier Benjamin Thompson (1753-1814) in Auftrag gegeben - der später den Titel Graf von Rumford erhielt, weil er als Kriegsminister diente und wichtige soziale Reformen vorantrieb -, während die weiteren Arbeiten Anfang des 19. Jahrhunderts dem Architekten Ludwig von Sckell anvertraut wurden. Ursprünglich als Militärgarten genutzt, entwickelte sich der Englische Garten zum ersten öffentlichen Park Deutschlands. Große Grünflächen, die sich mit Bächen und Teichen abwechseln, machten ihn zum populärsten und beliebtesten Park der bayerischen Hauptstadt. Kurfürst Karl Theodor war beim Volk nicht sonderlich beliebt, und die Idee, einen Park für alle Gesellschaftsschichten zu eröffnen, trug dazu bei, seine Popularität zu steigern. Im Sommer flanieren Bürger und Touristen, sonnen sich bekleidet und nackt: Der erste Bereich, der in der Nähe der Altstadt und rund um den kleinen Bach, ist den Nudisten gewidmet. Es gibt auch Bademöglichkeiten, das Wasser ist sauber, aber wenn man nicht gerade im Hochsommer unterwegs ist, ist es ziemlich kalt... aber das macht den Bayern nichts aus. Eine Fahrradtour ist ein Muss, und am Wasserfall in der Prinzregentenstraße (fast an der Ecke zur Lerchenfeldstraße) sieht man oft Surfer. Eine Kultattraktion, die in allen Reiseführern erwähnt wird. Im Winter hingegen kann man durch den Schnee spazieren und Schlittschuh laufen.
Nicht verpassen sollten Sie den Chinesischen Turm, der einen der größten Biergärten der Stadt beherbergt, und den Monopteros, einen kleinen Tempel im griechischen Stil, der von Leo von Klenze, dem Lieblingsarchitekten Ludwigs I., entworfen wurde und einen hervorragenden Blick auf die Münchner Innenstadt bietet: ein idealer Ort, besonders bei Sonnenuntergang, für eine Liebeserklärung! Nicht zu vergessen ist das kleine Japanische Teehaus, das die Regierung von Tokio der Stadt anlässlich der Olympischen Spiele 1972 geschenkt hat und das die Besucher am Eingang des Parks begrüßt.