Entlang der Staatsstraße Padua-Monselice, vorbei am Zentrum von Battaglia Terme mit seinen Kanälen, kann man auf der Spitze eines kleinen Hügels eine weiße und majestätische Villa bewundern, die Villa Selvatico. Das Gebäude geht auf das Ende des sechzehnten Jahrhunderts zurück, als die Adelsfamilie Selvatico (bereits Besitzer des Hügels und der umliegenden Ländereien) beschloss, einen prächtigen Palast mit angrenzender Kapelle, die der Heiligen Helena gewidmet war, in einer panoramischen und dominanten Position zu errichten. Der Ort war seit Jahrhunderten unter dem Toponym "colle della Stufa" (oder Stupa) bekannt, da sich im Inneren eine Schwitzgrotte befand, die nach historischen Quellen seit dem frühen Mittelalter aufgesucht wurde, um Krankheiten zu heilen und Gelenkschmerzen zu lindern, dank der Wärme und der Eigenschaften des Thermalwassers, das dort spontan floss. Die Grotte von Sant'Elena kann als Archetyp der modernen Bäder betrachtet werden: In der Vergangenheit war sie sowohl bei Einheimischen als auch bei Reisenden bekannt und wurde auch von illustren Persönlichkeiten wie dem Dichter Francesco Petrarca, Herzog Francesco III. von Modena, dem Philosophen Michel de Montaigne, dem französischen Schriftsteller Stendhal und dem deutschen Dichter Hainrich Heine genutzt. Im Mittelalter gehörte der Hügel den Familien Carraresi und Dalesmanini, dann ging er an den Marquis Bartolomeo Selvatico über, der 1593 mit dem Bau der Villa begann, die 1647 von dem berühmten Arzt Benedetto Selvatico, wahrscheinlich von Lorenzo Bedogni, fertiggestellt wurde. Das Gebäude hat einen quadratischen Grundriss, mit zinnenbewehrten Ecktürmen und einer einzigartigen bleiverkleideten Kuppel in der Mitte, die dem Ganzen einen märchenhaften Hauch von orientalischem Geschmack verleiht. Der Grundriss erinnert an einige zeitgenössische palladianische Villen, wie die Rotonda in Vicenza oder die Rocca Pisana von Scamozzi in Lonigo. Die vier Fassaden werden von Doppelgiebeln mit dorischen und ionischen Ordnungen bereichert, die sich überlappen und von Tympanons gekrönt werden; auf der Ostseite, die dem Battaglia-Kanal zugewandt ist, befindet sich eine monumentale Treppe, die denjenigen, die mit dem Boot aus Padua und Venedig ankamen, den direkten Zugang zur Villa ermöglichte. Im Inneren weist der zentrale kreuzförmige Saal einen reichen Freskenzyklus auf, der 1650 von Luca Ferrari aus Reggio gemalt wurde. Die Gemälde illustrieren die Geschichten des Antenore, des mythischen Gründers von Padua; mit lebhaftem Erfindungsreichtum und großem erzählerischen Geschick stellt der Maler die mythologischen Figuren in der alltäglichen Realität dar und verwendet dabei einen leuchtenden Chromatismus, der für die Phase des Übergangs zwischen dem Klassizismus der Renaissance und der Betonung der Barockkunst repräsentativ ist. Die dargestellten Szenen sind: die "Flucht des Antenor aus Troja", der "Sieg des Antenor über Valesio" und die "Gründung von Padua&quo