
Dreizehn Kilometer defensive Mauern aus ungebrannten Ziegeln, die sich zwischen Dattelpalmen schlängeln: das ist das Erste, was diejenigen beeindruckt, die sich dem Forte Bahla in der Region Ad Dakhiliyah im Landesinneren von Oman nähern. Es handelt sich nicht um einen einfachen Turm oder einen kleinen Militärposten, sondern um einen der umfangreichsten architektonischen Komplexe des Landes, der 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und später auf die Liste der gefährdeten Stätten gesetzt wurde, bevor er 2004 restauriert und von dieser Liste entfernt wurde.

Die Festung erhebt sich auf einem Felsvorsprung über der Oase von Bahla, einer Stadt, die ihren größten Glanz unter der Dynastie der Banu Nebhan erlebte, einem Stamm, der die Region zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert regierte. Gerade in dieser Zeit nahm die Festung ihre imposanteste Gestalt an, obwohl die Fundamente einiger Bereiche wahrscheinlich auf die vorislamische Zeit zurückgehen. Das Ensemble aus Türmen, Bastionen, Innenhöfen und überdachten Gängen erzählt von Bauphasen, die sich über viele Jahrhunderte angesammelt haben.
Die Lehmarchitektur: ein ausgeklügeltes Verteidigungssystem
Das dominierende Material von Forte Bahla ist gemischter Lehm mit Stroh, der in sonnengetrockneten Blöcken verarbeitet und dann mit Lehm-Mörtel zusammengesetzt wird. Diese Bauweise, die in der gesamten arabischen und afrikanischen Welt verbreitet ist, erreicht hier eine ungewöhnliche Komplexität: Die Außenmauern, die an bestimmten Stellen bis zu etwa 15 Meter hoch sind, weisen halbkreisförmige und eckige Türme auf, die in regelmäßigen Abständen positioniert sind, um eine Sichtabdeckung entlang des gesamten Perimeters zu gewährleisten. Beim Gehen entlang des äußeren Perimeters kann man beobachten, wie die Lehmziegel in präzisen horizontalen Lagen übereinander gestapelt wurden, wobei die Wandstärke an einigen Stellen zwei Meter übersteigt.
Innerhalb der Festung folgen die Höfe durch Portale mit Rundbögen, die mit geometrischen Mustern verziert sind, die in den weißen Kalkstein eingraviert sind. Die Räume, die für die Wache und die Lager genutzt werden, bewahren noch die ursprünglichen Nischen in den Wänden, die zur Aufbewahrung von Öllampen verwendet wurden. Besonders bemerkenswert ist der Hauptturm, der die umliegende Landschaft dominiert und von dem aus man einen vollständigen Blick auf die darunterliegende Oase und die Dörfer von Bahla hat.
Die künstlerischen Details, die man aus der Nähe betrachten sollte
Wer die Festung aufmerksam besucht, wird an den Innenwänden einiger Räume Spuren von Stuckdekorationen mit stilisierten floralen Motiven finden, die typisch für die arabisch-islamische Tradition sind. Die Türen aus massivem Holz — einige original, andere das Ergebnis der Restaurierung in den 90er und 2000er Jahren mit Unterstützung der UNESCO — zeigen geometrische Schnitzereien, die an die gleichen Muster erinnern, die in den Mashrabiyya-Fenstern der historischen omanischen Häuser zu finden sind.
Das innere Wassersystem verdient eine besondere Erwähnung: Stein- und Terrakottakanäle verlaufen unter den Böden und entlang der Wände, Teil eines Falaj — dem traditionellen omanischen Bewässerungssystem — das sowohl die Festung als auch die umliegende Oase mit Wasser versorgte. Auch die Falaj der Oase von Bahla wurden 2006 zusammen mit anderen ähnlichen Systemen im Oman als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Zu beobachten, wie Wasser und Verteidigungsarchitektur miteinander integriert sind, ist eines der lehrreichsten Aspekte des Besuchs.
Wie man den Besuch effektiv organisiert
Die Festung befindet sich etwa 200 Kilometer südwestlich von Maskat, erreichbar mit dem Auto über die Hauptstraße, die durch die Region Ad Dakhiliyah führt. Der Weg von Nizwa, der nächstgelegenen historischen Stadt, beträgt etwa 40 Kilometer und dauert weniger als eine halbe Stunde. Es gibt keinen direkten öffentlichen Transportdienst, daher ist die Anmietung eines Autos die praktischste Lösung.
Der beste Zeitpunkt für einen Besuch ist früh am Morgen, vorzugsweise zwischen 8:00 und 10:00 Uhr, wenn das schräg einfallende Licht die Texturen der Lehmwände hervorhebt und die Temperaturen noch erträglich sind, insbesondere zwischen April und Oktober, wenn die Innentemperatur intensiv werden kann. Planen Sie mindestens zwei Stunden für einen vollständigen Besuch ein, der sowohl die Festung als auch einen Spaziergang entlang der Außenmauern umfasst. Bringen Sie ausreichend Wasser mit, bequeme Schuhe mit rutschfester Sohle für die unebenen Steinböden und einen Hut mit: Viele Bereiche des Weges sind ungeschützt.
Der Kontext der Oase: Was man in der Umgebung sehen kann
Die Festung existiert nicht isoliert: Die gesamte Stadt Bahla bewahrt ein historisches Zentrum mit Lehmhäusern, einer alten Moschee und einem traditionellen Suk, wo die einheimischen Töpfer Keramiken mit Techniken produzieren, die seit Jahrhunderten unverändert geblieben sind. Die Keramik von Bahla ist im gesamten Oman für ihre besonderen Formen und die Verwendung von lokalem, rosafarbenem Ton bekannt. Ein Stück direkt von den Töpfern des Suks zu kaufen, ist eines der authentischsten Souvenirs, die man aus dieser Region mitnehmen kann.
Die Kombination des Besuchs der Festung mit dem nahegelegenen Fort von Nizwa, das etwa 40 Kilometer entfernt ist, ermöglicht den Vergleich zweier unterschiedlicher architektonischer Ansätze zur omanischen Militärverteidigung: Die erste ist von Lehm und horizontaler Ausdehnung geprägt, die zweite zeichnet sich durch einen massiven, runden Steinturm aus. Der Vergleich ist hilfreich, um zu verstehen, wie lokale Ressourcen und strategische Bedürfnisse die Militärarchitektur der arabischen Halbinsel unterschiedlich geprägt haben.
