In der sanften Landschaft der Štajerska, zwischen Slovenska Bistrica und dem ehemaligen Ptuj, befindet sich eines der schönsten Barockschlösser Sloweniens. Es handelt sich um den Palast Štatenberg (dvorec), der Ende des 17. Jahrhunderts erbaut und um 1740 von Ignazio Maria Conte von Attems aus der Familie Attems-Petzenstein vollendet wurde, der bedeutendsten Adelsfamilie in Friaul, die ursprünglich aus Cividale stammte und lange Zeit eine der einflussreichsten Adelsfamilien der österreichisch-ungarischen Monarchie war. Der Dvorec Štatenberg befindet sich in der kleinen Gemeinde Makole, etwa 15 Kilometer südlich von Slovenska Bistrica, wo die Familie Attems auch ein Schloss im Zentrum der Stadt besaß (das nach dem Zweiten Weltkrieg vom jugoslawischen Staat beschlagnahmt und verstaatlicht wurde). Wenige Kilometer von Makole entfernt, in einem Ort, der immer noch Stari Grad (Alte Burg) heißt, stand bereits im 13. Jahrhundert eine mittelalterliche Burg gleichen Namens, die mehreren lokalen Adelsfamilien gehörte, die sich im Laufe der Jahre ablösten, darunter auch den berühmten Grafen von Celje. Als die Burg in den Besitz der Grafen von Attems überging, zogen sie es vor, ein neues, komfortableres und moderneres Schloss auf einer kleinen Anhöhe neben Makole zu errichten, das wir heute noch in seiner barocken Pracht bewundern können: Dvorec Štatenberg ist von einem kleinen Kastanienwald umgeben und wurde vom italienischen Architekten Giovanni Battista Camessina entworfen. Das Gebäude hat einen symmetrischen Grundriss. Innerhalb der Mauern befindet sich ein italienischer Barockgarten, während das Hauptgebäude gegenüber dem Eingang über eine breite Treppe direkt in das Hauptgeschoss führt. Zu beiden Seiten öffnen sich elegante Räume mit schönen Fresken und Stuckarbeiten, insbesondere im Rittersaal. Die Decke des Rittersaals ist mit Allegorien der Wissenschaft, der Kunst und des Friedens sowie mit den vier Elementen - Erde, Luft, Wasser und Feuer - geschmückt, die als Markenzeichen der Familie Attems gelten, und im Inneren des Palastes finden sich Bücher, Porzellan und historische Möbel sowie ein interessantes "mechanisches Orchester", das noch immer funktioniert. Im Westflügel des Schlosses kann man eine barocke Kapelle bewundern, die leider bei einem Brand im Jahr 1910 stark beschädigt wurde. Die kleine Kirche wurde nicht restauriert und ist immer noch in einem schlechten Zustand. Der Rest des Palastes wurde mehrfach restauriert, zuletzt 1989. Das Schloss wurde nach der Machtübernahme durch die kommunistische Regierung von Marschall Tito verstaatlicht und befindet sich heute im Besitz eines privaten Unternehmens aus Slovenska Bistrica.