In einer Höhe von 1.950 Metern über dem Meeresspiegel ist der Hallasan der höchste Punkt Südkoreas, ein mittlerweile ruhender Schildvulkan, der die gesamte Insel Jeju überragt. Der Aufstieg entlang seiner weniger frequentierten Pfade bedeutet, durch Ökosysteme zu wandern, die sich alle hundert Höhenmeter ändern: zuerst die subtropische Vegetation der Küste, dann Eichen- und Zedernwälder, schließlich die offenen Weiten der alpinen Wiesen, wo der Wind ungehindert weht. Der Hallasan-Nationalpark, der 1970 gegründet wurde, schützt dieses Gebiet und gehört seit 2007 zusammen mit anderen geologischen Gebieten der Insel zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Unter den Wegen, die zum Gipfel führen, ist der Donnaeko-Pfad — der von der Region Seogwipo an der Südseite ausgeht — derjenige, der im Vergleich zu den bekannteren Seongpanak und Eorimok die wenigsten Besucher anzieht, obwohl er einige der intensivsten Ausblicke auf den gesamten Berg bietet. Der Weg erstreckt sich über etwa 9 Kilometer bergauf, mit einem Höhenunterschied, der zwischen fünf und sechs Stunden Hin- und Rückweg erfordert. Er führt nicht bis zum Gipfel des Kraters Baengnokdam, sondern zum Witse Oreum, von wo aus die Aussicht auf das Hochland bereits außergewöhnlich ist.
Die alten Eibenwälder am Südhang
In den ersten Kilometern des Donnaeko-Pfades schlängelt sich der Weg durch einen dichten und stillen Wald, in dem jahrhundertealte japanische Eiben (Taxus cuspidata) wachsen. Die verdrehten, moosbedeckten Stämme schaffen eine fast undurchdringliche natürliche Galerie für das Licht, mit Wurzeln, die aus dem Boden ragen wie Finger. Diese Art von Vegetation ist in diesen Breiten selten und verleiht dem Anfang des Weges eine fast archaische Atmosphäre, die sich stark von den belebteren Pfaden am Nordhang unterscheidet.
Wenn man aufmerksam geht, bemerkt man die roten Beeren der Eiben, die im Herbst den Unterwuchs punktieren, während im Frühling der Boden von einer kompakten Schicht aus Moosen und Farnen bedeckt ist. Die Informationsschilder entlang des Weges — auf Koreanisch und Englisch — weisen auf die geschützten Arten hin und erinnern an das strikte Verbot, irgendwelche natürlichen Elemente zu sammeln, eine Regel, die von den Rangern des Parks streng durchgesetzt wird.
Die Blüte der Königlichen Azaleen im Frühling
Zwischen April und Mai, in Höhenlagen über 1.400 Metern, verändert sich die Landschaft radikal. Die Alpenwiesen bedecken sich mit Königlichen Azaleen (Rhododendron schlippenbachii), einer Art, die intensiv rosa, fast violette Blüten produziert, die die offenen Hänge wochenlang bedecken. Die reichhaltigste Blütezeit fällt in der Regel in die zweite Aprilhälfte, hängt jedoch von den saisonalen Temperaturen ab und kann um einige Wochen variieren. An diesen Tagen ist der Kontrast zwischen dem Rosa der Blüten und dem noch zarten Grün des nachwachsenden Grases visuell sehr stark.
Die Königlichen Azaleen wachsen in niedrigen, kompakten Sträuchern, die an den konstanten Wind der höheren Lagen angepasst sind. Auf dem letzten Abschnitt zum Witse Oreum Schutzhaus läuft man buchstäblich mitten durch diese blühenden Sträucher, die an einigen Stellen schulterhoch sind. Es ist einer der wenigen Orte in Südkorea, an denen man diese Art in solch einer Dichte und in einem so offenen Kontext beobachten kann.
Wie man den Aufstieg praktisch organisiert
Der Donnaeko-Weg beginnt am gleichnamigen Parkplatz, der in etwa 40 Minuten mit dem Bus von der Station Seogwipo erreichbar ist. Der Eintritt in den Park ist kostenlos, aber es gibt strenge Zugangszeiten, die saisonal variieren: Im Sommer ist es in der Regel möglich, bis 12:00 Uhr mit dem Wandern zu beginnen, wenn die Routen nicht den Gipfel erreichen, während im Winter die Grenze sinkt. Es ist wichtig, die aktuellen Zeiten auf der offiziellen Website des Parks vor der Abreise zu überprüfen, da die Ranger den Zugang für Verspätete ohne Ausnahmen sperren.
Die empfohlene Mindestausrüstung umfasst Wanderschuhe mit robuster Sohle — der Weg hat Abschnitte mit rutschigem Vulkangestein, wenn es nass ist — und mindestens zwei Liter Wasser pro Person, da die Versorgungsstellen entlang des Donnaeko-Wegs im Vergleich zu anderen Wegen begrenzt sind. Vermeiden Sie die Wochenenden Mitte April, wenn Sie Ruhe suchen: Zur Zeit der Azaleenblüte verzeichnet auch dieser Nebenweg einen erheblichen Zustrom von koreanischen Wanderern, die speziell aus Seoul und den Festlandstädten anreisen.
Was sich am Ende des Weges befindet
Der Zielpunkt des Donnaeko-Pfades, die Witse Oreum-Hütte, ist eine essentielle Einrichtung, in der man sich ausruhen und einfache Mahlzeiten genießen kann, die vor Ort gekauft werden. Von hier aus eröffnet sich ein Blick auf das zentrale Hochland von Hallasan mit den sekundären Vulkankegeln — den sogenannten Oreum — die die Landschaft in alle Richtungen durchziehen. Jeju zählt über 360, und von der Höhe des südlichen Weges aus können mehrere gleichzeitig erkannt werden.
Beim Abstieg, besonders am späten Nachmittag, beleuchtet das schräg einfallende Licht den Eibenwald, den man auf dem Hinweg durchquert hat, auf eine andere Weise und macht Details sichtbar, die am Morgen im Schatten lagen. In diesem Moment zeigt der Donnaeko-Pfad seine stillste Natur: Die meisten Wanderer sind bereits abgestiegen, und der Wald findet seinen langsamen, den Besuchern gegenüber gleichgültigen Rhythmus wieder.