Das Heiligtum ist sehr alt, denn auf dem Steinportal ist die Jahreszahl 1453 eingemeißelt. Zu dieser Zeit bestand das Gebäude wahrscheinlich aus einer kleinen Kapelle und wurde im Laufe der Zeit vergrößert. Von diesem Zeitpunkt an gibt es mehr als 100 Jahre lang keine Nachrichten über dieses Gotteshaus, doch am 7. Dezember 1604 schloss Papst Clemens VIII. die Kongregation von Maria SS. dell'Abbondanza der Erzbruderschaft vom Heiligen Namen Mariens in Colonna Traiana in Rom an. Zu diesem Akt gibt es schriftliche Bestätigungen der Päpste Innozenz XI. aus dem Jahr 1688 und Innozenz XIII. aus dem Jahr 1721. Im Jahr 1773 beschrieb der damalige Bischof von Nola, Filippo Lopez, die Kirche im Vatikan als "eine große, ehrwürdige und prächtige Kirche" und ein Bild, das "von Einheimischen und Fremden gleichermaßen verehrt wird", was die Existenz der Gemeinde, die damals mehr als 280 Mitglieder zählte, weiter bestätigte. Am 29. Juli 1788 wurde das Bildnis der Muttergottes in Nola, dem Sitz der Diözese, gekrönt, die auch die Lorbeerkränze gestiftet hatte. Am 16. Februar 1830 wurde das Heiligtum von einem schweren Brand heimgesucht. Das auf einem Felsvorsprung errichtete Gebäude verfügt über eine große zweistufige Außentreppe, über die man das Heiligtum erreichen kann. Die Fassade ist schlicht, im Inneren ist das Kirchenschiff mit Stuckarbeiten und Gemälden aus allen Epochen geschmückt und im Apsidenbecken befindet sich ein kleiner Tempel aus dem Jahr 1818 mit einer Statue der Maria SS. dell'Abbondanza. Oben ist eine künstlerische Leinwand zu sehen, die die Jungfrau Maria mit Engeln und den Brüdern der Gemeinde darstellt. An den Wänden befinden sich die Holzbänke der Gemeinde mit wertvollen Gemälden, die Episoden aus dem Leben Marias darstellen. In der Sakristei werden zahlreiche bedeutende Gemälde und historische Votivgaben aufbewahrt. Erwähnenswert sind auch die historischen Grabhöhlen, die heute als Museum genutzt werden.[2] Von der Terrasse, von der aus man das Heiligtum betritt, kann man ein herrliches Panorama bewundern. Tatsächlich kann man den Vesuv und den Golf von Neapel mit Capri und den Vesuvstädten deutlich sehen.