Ein Hinflugticket dritter Klasse und alle Ersparnisse in einem Koffer. So begann Ende des 19. Jahrhunderts die Reise des damals zwanzigjährigen Isidoro Odin, eines jungen Chocolatiers aus Alba, nach Neapel. Doch was trieb ihn dazu, in die neapolitanische Stadt zu gehen? Isidoro ist experimentierfreudig und auf der Suche nach einer Stadt, die seine neuen Experimente und Geschmackskombinationen ohne Einschränkungen zu schätzen weiß. Neapel, das Ende des 19. Jahrhunderts ein kulturelles Zentrum von großer Bedeutung war, gleichauf mit London, Paris und Wien, ist der richtige Ort für ihn. Die neapolitanische Stadt war ein Treffpunkt für Intellektuelle und Künstler aus ganz Europa, und Isidoro war fasziniert von den Menschenmassen, die die Via Toledo bis spät in die Nacht belebten, den Menschenmassen, die den Geist der Stadt repräsentierten und die berühmtesten Schriftsteller und Maler der damaligen Zeit inspirierten. Die Begegnung zwischen Isidore und der Stadt Neapel stellt eine perfekte Verbindung dar: Die Neapolitaner, die den Sünden der Völlerei so zugetan sind, werden seine begehrtesten Kreationen inspirieren. Die Schönheit und Tradition Neapels faszinierten Isidoro so sehr, dass er sich im Stadtteil Chiaia, dem Salon der Stadt, niederließ. Ein neuer Duft macht sich in den Schneidereien und Cafés breit, die ganze Stadt spricht von dem jungen Fremden, der das Leben der Neapolitaner versüßt. Isidoro wird nicht müde: Jeden Abend, nach Ladenschluss, experimentiert er mit neuen Harmonien zwischen Zutaten und Röstzeiten. Alle Produkte, die am nächsten Morgen im Schaufenster stehen, sind das Ergebnis seiner ganzen Kreativität und Leidenschaft. So entsteht ein magischer Ort auf halbem Weg zwischen Labor und Geschäft: der erste Gay Odin Shop, einfach, aber elegant eingerichtet, so sehr, dass er in die Liste der historischen Orte Italiens aufgenommen wurde.