Die Kathedrale von Rovigo ist die wichtigste Kirche von Rovigo und ist dem Heiligen Stephanus, Papst und Märtyrer, gewidmet. Rovigo war zu Beginn seiner Geschichte ein kleines Dorf mit einem bescheidenen Gotteshaus aus dem Jahr 964. Der Bischof von Adria zog im Jahr 920 nach Rovigo, um dort eine Festung zu errichten, die ihn vor Überfällen schützen sollte. Im Jahr 1067 wurde mit dem Bau eines neuen Gotteshauses begonnen, und im Laufe der Jahre wuchs die Stadt beträchtlich. Im Jahr 1461 wurde die Kirche wiederaufgebaut und zur Kathedrale geweiht. Als Beweis liegt uns eine Zeichnung des Projekts vor, die ein Bauwerk von höchstens 30 m Länge, eine nach Norden ausgerichtete Fassade und fünf Altäre vorsah. Innerhalb weniger Jahre wuchs die Zahl der Gemeindemitglieder stark an, und das Gebäude wurde weiter vergrößert: fünf halbrunde Kapellen wurden gebaut. Wahrscheinlich aufgrund finanzieller Probleme wurde die Kirche nicht ordnungsgemäß instand gehalten und begann zu verfallen. Der damals amtierende Bischof gab eine neue Restaurierung in Auftrag, die eine weitere Erweiterung beinhaltete. Die neue Kathedrale von Rovigo sollte nämlich doppelt so groß sein wie die vorherige. Nach fünfzehn Jahren war der Bau in vollem Gange und die alte Kathedrale wurde abgerissen. Während der Einrichtung des Innenraums begann auch die im Projekt vorgesehene Kuppel zu leben, die jedoch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten sehr brüchig war und daher abgerissen werden musste. Die Fassade der Kathedrale wurde trotz verschiedener Pläne, ebenfalls aus Geldmangel und wegen fehlender Rechnungen, nie fertiggestellt. So hat der Dom heute eine schlichte Backsteinfassade und eine Christusstatue in der Nische über dem Portal aus dem 19. Der Stil des Äußeren der Kathedrale geht auf den palladianischen Stil zurück, der in der polesinischen Region für Gebäude verschiedener Art und Funktion weit verbreitet war. Das Innere ist im Barockstil gehalten und enthält wertvolle Gemälde. Wir können auch ein Organ von bescheidener Größe bewundern.