Wenige Kilometer von Rom entfernt, im Herzen der Castelli Romani, steht das Kloster Santa Maria di Grottaferrata, besser bekannt als das Kloster von San Nilo, das im Jahr 1004 gegründet wurde. Der heilige Nilus und seine Mönche brachten nach Grottaferrata den byzantinisch-griechischen Ritus in seiner noch heute erhaltenen italienischen Variante. Die Abtei ist eine der drei kirchlichen Umschreibungen der byzantinisch-katholischen Kirche in Italien.
Im Inneren dieser prächtigen Renaissance-Festung werden Jahrhunderte der Geschichte, bedeutende Kunstwerke und eine Bibliothek aufbewahrt, in der weltweit einzigartige Manuskripte aufbewahrt werden. Die Pracht der orientalischen liturgischen Gewänder macht diese Riten noch stimmungsvoller. Selbst die Form der Kirche erinnert an die Kirchen des Ostens. Der Überlieferung nach sahen die Heiligen Nilus und Bartholomäus auf den Ruinen einer großen römischen Villa, die vielleicht Cicero gehörte, auf den Hügeln von Tuscolani die Muttergottes erscheinen und baten um den Bau eines ihr geweihten Heiligtums. Auf dem Gelände begannen die Mönche mit dem Bau des ersten Kerns des Klosters, wobei sie das Material der alten römischen Villa verwendeten. Der Bau der Kirche und des Klosters beschäftigte die Mönche zwanzig Jahre lang. Im Jahr 1024 wurde das Heiligtum fertiggestellt, und am 17. Dezember desselben Jahres wurde es von Papst Johannes XIX. feierlich geweiht und der Mutter Gottes gewidmet. Im Laufe der Zeit wurde das Kloster zu einem bedeutenden Kulturzentrum, dank der Arbeit der "scriptores", die nach dem Vorbild des Heiligen Nilus, eines erfahrenen Amanuensis, die teilweise in der Bibliothek erhaltenen Codices anfertigten.
Die Fassade der Basilika Santa Maria di Grottaferrata wurde in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt, mit einer Rosette und Fenstern aus durchbrochenem Marmor, Blendbögen im gotischen Stil und gemauerten Gesimsen, die die Verzierung der Seiten fortsetzen. Das Atrium mit Travertinsäulen und Vestibül, 1930 in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut. Das Portal der Basilika, "speciosa" genannt wegen der reichen Verzierung der Pfosten, in Marmorbasrelief mit eingelegten Steinen und Glaspaste. Das Mosaik oben, im byzantinischen Stil des XI. Jahrhunderts, stellt die 'Dèisis', d.h. die Fürbitte, dar. Das Innere der Kirche, ursprünglich im romanischen Stil, wurde im Jahre 1754 umgestaltet. Der Fußboden ist aus polychromem Marmor, in opus sectile nach dem kosmatesken Stil des 13. Jahrhunderts. Der Mönchschor zeichnet sich durch wertvolles Intarsiengestühl aus; sein heutiges Aussehen erhielt er 1901. Der Triumphbogen, der das Kirchenschiff vom Presbyterium trennt, das den Mönchen vorbehalten ist, ist mit einem mittelalterlichen Mosaik (12. Jh.) verziert, das Pfingsten darstellt. Teil des Zyklus der mittelalterlichen Fresken (12.-13. Jh.): es stellt die Dreifaltigkeit im Inneren der 'mystischen Mandorla' dar. Im Presbyterium symbolisiert die Ikonostase, eine Wand, die d