Der Neptunbrunnen wurde 1891 von Reinhold Begas - einem führenden Vertreter des deutschen Neobarock - erbaut. Er wurde ursprünglich vor dem Berliner Stadtschloss aufgestellt, um zu betonen, dass er ein Geschenk der Stadt an den Herrscher war. Die zentrale Figur des Königs der Meere ist umgeben von den Personifikationen der vier Flüsse Weichsel, Rhein, Elbe und Oder.
Der Neptunbrunnen ist 10 m hoch (bis zu den Dreizackblättern), und sein Becken aus rot poliertem Granit hat einen Durchmesser von 18 m. Begas ließ sich von den Brunnen Giovanni Lorenzo Berninis (1598-1680) inspirieren, vor allem vom Brunnen der vier Flüsse, der als einer der schönsten in Rom gilt.
Der Neptunbrunnen überstand den Zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden, während das Berliner Stadtschloss schwer beschädigt wurde und 1950 abgerissen werden musste. Damals wurde beschlossen, den Brunnen an einen neuen Ort zu verlegen, was 1969 geschah. Derzeit wird das Schloss wieder aufgebaut und über den Brunnen wird diskutiert - die meisten Berliner sind der Meinung, dass der Neptunbrunnen an seinen ursprünglichen Platz zurückkehren sollte.