Quasi quattrocento Statuen aus vulkanischem Stein tauchen aus dem Hang des Kraters auf, als ob die Zeit inmitten eines unvollendeten Werkes stehen geblieben wäre. In Rano Raraku, dem Steinbruch, der die berühmten Moai der Osterinsel hervorgebracht hat, sind einige Figuren noch bis zu den Schultern teilweise vergraben, mit nur dem feierlichen Gesicht, das aus dem grasbewachsenen Boden ragt. Dies ist kein inszenierter Effekt für Touristen: Es ist einfach der Zustand, in dem die Rapa Nui-Bauer die Arbeit hinterließen, wahrscheinlich im Laufe des 17. oder 18. Jahrhunderts, als die Zivilisation, die diese Hügel belebte, in eine Krise geriet.
Rano Raraku liegt im östlichen Teil der Insel, etwa 18 Kilometer von Hanga Roa, dem einzigen bewohnten Zentrum, entfernt. Die Stätte ist Teil des Nationalparks Rapa Nui, der seit 1995 auf der UNESCO-Welterbeliste steht, und beherbergt allein fast die Hälfte aller jemals auf der Insel erfassten Moai — die insgesamt etwa 1.000 Statuen ausmachen. Ein Spaziergang entlang der Pfade, die zwischen den Skulpturen angelegt sind, ist ein Erlebnis, das nichts mit dem zu tun hat, was man anderswo sehen kann.
Der Steinbruch, der eine ganze Insel geformt hat
Der vulkanische Tuff von Rano Raraku, genannt basaltischer Trachyt oder häufiger Tuff, ist ein relativ weiches Gestein, das die Rapa Nui mit härteren Basaltwerkzeugen, den sogenannten Toki, bearbeiteten. Archäologen haben Tausende dieser verlassenen Meißel in der Nähe der unvollendeten Statuen gefunden. Die Figuren wurden direkt in die Felswand des Kraters gemeißelt, lagen auf dem Rücken, wurden dann abgetrennt und den Hang hinuntergeschoben, bevor sie in die vertikale Position gebracht wurden, die viele von ihnen bis heute im Steinbruch selbst beibehalten.
Einige Statuen erreichen außergewöhnliche Größen: Die größte jemals in Rano Raraku gemeißelte Moai, bekannt als El Gigante, misst etwa 21 Meter in der Länge und liegt noch immer im Gestein, unvollendet. Wäre sie vollendet und aufgerichtet worden, wäre sie unmöglich zu transportieren gewesen. Diese Statue zeugt von den wachsenden Ambitionen der Bauherren und vielleicht auch von den praktischen Gründen, die das Projekt auf lange Sicht unhaltbar machten.
Was man sieht, wenn man zwischen den Statuen geht
Der offizielle Weg innerhalb des Geländes folgt einem Ring, der den äußeren Hang des Kraters hinaufsteigt und durch das Innere wieder hinunterführt. An der Außenseite trifft man auf die ikonischsten Statuen: jene mit dem Oberkörper, der aus dem Boden ragt, mit Gesichtszügen — langem Nasen, ausgeprägtem Kinn, leeren Augenhöhlen — die scheinen, einen unbestimmten Punkt am Horizont zu fixieren. Viele dieser Figuren haben tatsächlich vollständige Körper, die unter dem Boden begraben sind, wie die Ausgrabungen im Laufe der Jahre durch das Easter Island Statue Project, das Forschungsprogramm unter der Leitung der Anthropologin Jo Anne Van Tilburg, offenbart haben.
Im Inneren des Kraters öffnet sich hingegen ein kleiner See, umgeben von dichter Vegetation, und es gibt weitere Statuen in aufrechter Position, einige mit Spuren von Petroglyphen, die auf dem Oberkörper eingraviert sind — Symbole, die auf den anderswo transportierten Statuen nicht zu sehen sind. Dieses Detail, das nur sichtbar wird, wenn man sich aufmerksam nähert, deutet darauf hin, dass einige Figuren dazu bestimmt waren, genau hier, im Steinbruch, zu bleiben, mit einer anderen Funktion als die, die auf den ahu, den zeremoniellen Küstenplattformen, platziert sind.
Wie man den Besuch effektiv organisiert
Das Eintrittsticket für den Nationalpark Rapa Nui — das Rano Raraku und die anderen Hauptstandorte wie Ahu Tongariki und Ahu Akivi umfasst — kostet derzeit 80 US-Dollar für ausländische Besucher und ist zehn Tage gültig. Es kann online oder im Parkbüro in Hanga Roa erworben werden. Es ist obligatorisch und die Kontrollen sind systematisch.
Der beste Zeitpunkt, um Rano Raraku zu besuchen, ist früh am Morgen, vorzugsweise bis 8:30 Uhr, wenn das schräg einfallende Licht die Volumen der Statuen betont und die organisierten Gruppen den Standort noch nicht erreicht haben. Die Hitze am Nachmittag kann intensiv sein und der Schatten ist spärlich. Es ist realistisch, mindestens zwei Stunden einzuplanen, um den gesamten Rundweg in Ruhe zu erkunden; wer die Details der Petroglyphen beobachten und die Informationstafeln lesen möchte, benötigt drei Stunden. Es ist absolut verboten, die Statuen zu berühren oder die markierten Wege zu verlassen: Die Strafen sind streng und der Boden um die Figuren verbirgt noch unentdecktes archäologisches Material.
Der Kontext, der alles verständlicher macht
Nach Rano Raraku zu kommen, ohne etwas über die Rapa Nui-Zivilisation gelesen zu haben, bedeutet, die Hälfte der Erfahrung zu verlieren. Das Museum Padre Sebastián Englert in Hanga Roa, benannt nach dem deutschen Missionar, der im 20. Jahrhundert Jahrzehnte mit dem Studium der lokalen Kultur verbrachte, bietet eine wesentliche Vorbereitung: Es zeigt originale Artefakte, erklärt die Theorien über den Transport der Moai und veranschaulicht das noch nicht entschlüsselte Rongorongo-Schriftssystem. Ein Besuch im Museum am Tag vor dem Gang zum Steinbruch verwandelt den Spaziergang zwischen den Statuen von einem visuellen Spektakel in etwas, das näher am Verständnis liegt.