Das 1834-1839 errichtete Gebäude beherbergte ursprünglich die St. Petersburger Adelsversammlung, eine Organisation der lokalen Verwaltung, die nach den Emanzipationsreformen von 1861 eher einem Gesellschaftsclub glich, der wohltätige Veranstaltungen wie Konzerte und Bälle organisierte. Der Große Trikolore-Saal von Jacquot (heute Großer Saal der Philharmonie) wurde speziell für diese Zwecke konzipiert und ist für seine hervorragende Akustik bekannt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts etablierte sich das Gebäude als ein Zentrum der Musikkultur in St. Petersburg und zog einige der größten Musiker der Zeit an, darunter Franz Liszt, Hector Berlioz, Richard Wagner und Gustav Mahler. Die Adelsversammlung wurde 1917 aufgelöst, und das Gebäude wurde 1921 zum ständigen Sitz des Philharmonischen Orchesters Petrograd/Leningrad/St. Petersburg. Das Orchester, das 1882 als Kaiserlicher Musikchor gegründet wurde, ist das älteste Symphonieorchester Russlands und genießt im In- und Ausland einen hervorragenden Ruf. Das Gebäude und das Orchester sind besonders eng mit Dmitri Schostakowitsch verbunden, dessen 1. Sinfonie hier 1926 uraufgeführt wurde und der in den 1920er und 1930er Jahren immer wieder hier auftrat und Werke uraufführte. Als das Gebäude nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zusammen mit dem Orchester erneut umbenannt wurde, sah man darin eine Gelegenheit, den großen Komponisten zu ehren.