Der Streit um den Namen dieses Gerichts (arancini in Catania und arancine in Palermo) dauert schon seit Jahrhunderten an. Auch der Historiker Gaetano Basile aus Palermo hat sich zu diesem Thema geäußert. Laut Basile leitet sich der Name dieses Rezepts von der morphologischen Ähnlichkeit der schmackhaften Reisbällchen mit Orangen ab, die ebenfalls ein Symbol der sizilianischen Küche sind. Aus diesem Grund, so der Historiker, gibt es keinen Zweifel daran, dass der richtige Name dieses Gerichts Arancine ist.
Und in der Tat, die Ähnlichkeit zwischen Arancini und der saftigen Frucht ist offensichtlich. Der Nachweis von Basile scheint jedoch nicht ausreichend zu sein. Das behauptet zumindest die Vereinigung der beiden Sizilien, die sich auf ein sizilianisch-italienisches Wörterbuch stützt:
Nach so vielen Jahren des Etymologiestreits scheint die Geschichte den Katanern Recht zu geben: Sogar in Palermo, während des Königreichs der beiden Sizilien, wurde "arancinu" gesagt. Es ist wahrscheinlich, dass der Begriff im Westen Siziliens im Laufe der Jahre falsch ausgesprochen wurde, was im Gebiet von Catania nicht der Fall gewesen wäre. Dies ist das Ergebnis der Entdeckung eines sizilianischen Wörterbuchs aus dem Jahr 1857 durch Giuseppe Biundi aus Palermo". Der Arancino hat seinen Ursprung in der Zeit der sarazenischen Herrschaft in Sizilien, als es bei Banketten üblich war, in der Mitte des Tisches ein reichhaltiges Tablett mit Reis anzurichten, der mit Safran gewürzt und mit Gemüse und Fleisch verfeinert wurde.
Die erste Version des Arancino war also eine einfache Reistimbale, die ohne Tomaten gegessen wurde, die damals noch aus Amerika importiert werden mussten.
Die Idee, diesem köstlichen Rezept einen Hauch von Knusprigkeit und die klassische runde Form zu geben, entstammt hingegen einem praktischen Bedürfnis: Es scheint, dass König Friedrich II. dieses Gericht so sehr liebte, dass er es auf seine Jagdausflüge mitnehmen wollte. An diesem Punkt entstand das duftende Paniermehl des Arancino, das ideal ist, um die köstliche Reistimbale transportabel zu machen.