Der mittelalterliche Wehrturm erhielt seine heutige Form um 1560. Und seine charakteristische hölzerne Galerie als Feuerwache. Vom Uhrenturm läuten drei Glocken. Drei Wappen schmücken die Wände. Ein Turm an dieser Stelle des Hügels wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. Als die Festung in der Mitte des 16. Jahrhunderts umgebaut wurde, erhielt der Turm seine heutige Form. Die Zeiger auf den riesigen Zifferblättern verwirren die Menschen oft. Ist die Uhr nicht in Ordnung? Nein. Die Tatsache, dass es ursprünglich nur weithin sichtbare lange Zeiger für die Stunden gab und die für die Minuten erst später hinzukamen, führte zum "Vertauschen" der Zeiger. Das 1712 von Michael Sylvester Funck geschaffene Uhrwerk funktioniert noch, wird aber seit Mitte des 20. Jahrhunderts elektronisch angetrieben. Wenn es in der Stadt brannte, informierte die Feuerglocke die Feuerwehr darüber. Die Feuerglocke (1645) ist eine von drei Glocken, die noch an der Außenseite des Uhrenturms hängen. Die älteste Glocke von Graz (1385) schlägt die Stunden an. Die "Armesünderglocke" (um 1450) läutete bei Hinrichtungen. In späteren Jahren erinnerte sie die Nachtschwärmer an die Ausgangssperre, was ihr den Titel "Lumpenglocke" einbrachte. An drei Ecken des Turms befinden sich Wappen, die früher Tore und Mauern der Festung Schlossberg zierten: der steirische Panther mit der Krone des Herzogtums Steiermark auf dem Kopf (um 1570), der einfache Adler als Wappen des späteren Kaisers Ferdinand I. (1552) und der Doppeladler mit den Anfangsbuchstaben von Maria Theresia (2. Hälfte des 18. Jahrhunderts). In Kriegszeiten musste die massive "Bürgerbastei", die den Uhrenturm trägt, von den Grazern verteidigt werden, daher der Name. Heute ist sie eine Blumenpracht und recht südländisch anmutende Pflanzen.