Die Villa, deren konventioneller Name sich von einer antiken Kapelle ableitet, die in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts in der Gegend errichtet wurde, wurde am Rande des Hügels errichtet, der vielleicht zum Zeitpunkt des Ausbruchs teilweise eingestürzt ist und das nördliche Ende der Räume an der Nordfront mitgerissen hat. Die planimetrische Organisation des Gebäudes ist nach einer doppelten Ausrichtung entwickelt: der größte Teil des Komplexes folgt dem Trend des Hügels, wobei die repräsentativsten Räume in einer Panoramalage mit Blick auf das Meer liegen. Der Bädersektor hingegen folgt der Ausrichtung des Stadtgrundrisses, wie aus den Erhebungen von Carlo Weber aus dem Jahr 1759 hervorgeht. Die Villa wurde in der frühen augusteischen Zeit erbaut und dann im ersten Jahrhundert n. Chr. mehrmals umgebaut, insbesondere während der Claudia-Zeit. Die sichtbaren Strukturen wurden durch das Erdbeben von 1980 ernsthaft beeinträchtigt, was massive Restaurierungsarbeiten erforderlich machte. Gegenwärtig betritt man den Raum durch eine Vorhalle, die in das Atrium führt, wo sich das Lararium mit einer Dekoration aus Kunstmarmor befindet. Der Bereich, der für die Toiletten bestimmt ist, grenzt an den Rest des Gebäudes mit einer anderen Achse an, was auf das Vorhandensein einer Straße zurückzuführen ist, die seine Ausrichtung bedingt hat. Typisch ist die Abfolge der Räume, die in der Reihenfolge Frigidarium, Tepidarium und Calidarium jeweils für Kalt-, Warm- und Warmwasserbäder angeordnet sind. Einen großen Teil der Fläche der Villa nimmt auch der Garten ein, der sich von einem monumentalen Nymphäum aus erstreckt, einen ringförmigen Korridor überblickt und mit raffinierten Wandmosaiken verziert ist. Auf der höchsten Ebene befindet sich das Fresko, das die Diaeta (Ruheraum) am Ende des östlichen Seitenportikus schmückt und Perseus und Kassandra darstellt.