Die Abtei Sant’Angelo in Formis, ein Ortsteil von Capua, ist eine Abteikirche, die dem Erzengel Michael geweiht ist und die Würde einer kleinen Basilika hat.
Der Freskenzyklus, der heute im Inneren der Kirche zu bewundern ist, kann auf den Wiederaufbau des Gebäudes durch Abt Desiderio zurückgeführt werden, wie sein Porträt in der Apsis mit dem viereckigen Nimbus, der Christus das Modell der Abtei anbieten will, und die Inschrift am Eingangsportal bezeugen.
Die Dekoration ist auch mit Miniaturen aus dem Skriptorium der Abtei von Monte Cassino vergleichbar. Das dekorative Programm erstreckt sich über die Kirchenschiffe, die Apsiden und die Gegenfassade.
Der erste Bau der Basilika scheint auf die Zeit der Langobarden zurückzugehen. Zur Zeit des Bischofs von Capua, Pietro I., wurde die Kirche den Mönchen von Montecassino geschenkt, die dort ein Kloster errichten wollten.
Die Kirche wurde den Mönchen später weggenommen und 1072 vom damaligen Fürsten von Capua, Richard, zurückgegeben.
Abt Desiderius von Montecassino, der spätere Papst Viktor III., wollte die Basilika wieder aufbauen, wobei er die antiken architektonischen Elemente heidnischen Ursprungs respektierte.
Ihm verdanken wir die Fresken der byzantinisch-kampanischen Schule, die im Inneren zu bewundern sind und die einen der wertvollsten und am besten erhaltenen Bilderzyklen der Epoche in Süditalien darstellen.
Der Wiederaufbau des Portikus und des Glockenturms wird dem 12. Jahrhundert zugeschrieben.
Der Fassade der Kirche geht ein Portikus mit fünf Spitzbögen voraus, die von vier Säulenschäften getragen werden, zwei auf der rechten Seite aus Cipolinmarmor und zwei auf der linken Seite aus grauem Granit, mit unterschiedlichen korinthischen Kapitellen und getragen von weiteren unterschiedlichen architektonischen Elementen, die als Sockel wiederverwendet wurden.
Diese wiederverwendeten Elemente sollen von Gebäuden stammen, die Teil des heidnischen Heiligtums waren.
Auf der rechten Seite der Fassade befindet sich der markante Glockenturm.
Der Portikus, über den man das Innere betritt, hat einen basilikalen Grundriss mit drei Schiffen, die jeweils in einer Apsis enden.
Die Säulen, die die Kirchenschiffe trennen, sind ebenfalls aus Materialien römischer Bauten gefertigt.