Das Museum wurde im Hauptteil des Schlosses von Montesarchio errichtet, einem Bauwerk aus normannischer Zeit, das bis Mitte des 19. Jahrhunderts ständig renoviert wurde. In dieser Zeit wurden zwei verschiedene Aufbauten errichtet, wobei der größte Teil der bereits vorhandenen mittelalterlichen Strukturen ausgelöscht wurde, um das Gebäude als Gefängnis des Königreichs Neapel zu nutzen.
Nach der Schließung des Bourbon-Gefängnisses in den 1950er Jahren wurde das Gebäude für das Waisenhaus "Mater Orphanorum" genutzt, das bis Ende der 1980er Jahre bestand. Von der ursprünglichen mittelalterlichen Struktur sind nur noch die Außenbefestigung aus der aragonesischen Zeit und die als Zisternen genutzten hypogäischen Räume erhalten.
Die Einrichtung des Museums, die bis zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Denkmal noch provisorisch ist, ist der Geschichte und Archäologie des Caudina-Tals gewidmet und erstreckt sich derzeit über sechs Räume im ersten Stock des Gebäudes.
Von der Rekonstruktion der Landschaft in prähistorischer Zeit (Saal I), begleitet von der Ausstellung von Artefakten, die an verschiedenen Orten des Sannio Caudino gefunden wurden, geht es weiter zu dem großen Abschnitt, der der Stätte von Caudium, dem heutigen Montesarchio, gewidmet ist (Säle II-IV). In chronologischer Reihenfolge werden einige Artefakte aus der Nekropole von Caudine gezeigt, die zwischen der Mitte des 8. und dem 3. Jahrhundert v. Chr. datiert werden können und vom Reichtum und der Komplexität der Stätte zeugen, die in einen intensiven Handel mit den griechischen Küstenstädten und der etruskisch-kampanischen Welt eingebunden war. Von besonderem Interesse sind die zahlreichen figürlichen Vasen aus attischer und italischer Produktion - insbesondere Krater -, die in Gräbern aus dem 5. bis 4. Jahrhundert v. Chr. gefunden wurden. Der letzte Teil des Rundgangs ist den beiden anderen wichtigen Zentren des Sannio caudino gewidmet: Saticula (Sant'Agata dei Goti) und Telesia (S. Salvatore Telesino), von denen Anschauungsmaterial aus der reichen Nekropole ausgestellt ist.