Auf dem Gelände des alten Carlo Felice erbaut, greift das neue Theater, das von Aldo Rossi entworfen wurde, eine Idee auf, die bereits in den Projekten von Paolo Chessa und Carlo Scarpa vorhanden war: die Schaffung eines überdachten Platzes von 400 Quadratmetern, auf dem das Theater die ideale Verbindung zwischen der Galleria Mazzini und der Piazza De Ferrari darstellen würde. Der Platz ist ein Foyer unter freiem Himmel; die Wände sind mit Steinplatten verkleidet und durch Metallsäulen und -balken bereichert. Die Architekten hatten beim Bau des neuen Theaters zwei Anforderungen im Sinn: erstens die Notwendigkeit, es genau an der Stelle wieder aufzubauen, an der es sich befand, und zweitens den Wunsch, das neue Bauwerk mit der modernsten Technologie auszustatten. Aus dieser letzten Notwendigkeit heraus entstand der imposante, etwa 63 Meter hohe Aussichtsturm. Vom alten Carlo Felice, der von Barabino erbaut wurde, sind die Säulen, der Pronaos, die lateinische Inschrift und die Terrasse mit Blick auf die Via XXV Aprile erhalten geblieben, die von einem der Foyers aus zugänglich ist. Die heutige Struktur ist sehr kompakt und geometrisch, der Aussichtsturm ist ein in der Höhe sehr linear entwickelter Quader, der nur von einem Gesims geschmückt wird. Die Stände, die Foyers und die Dienstleistungen für das Publikum sind in einem kleineren Parallelepiped enthalten, auf dem der Pronaos und der Portikus hervorstechen. Für die Außenbereiche wurden Stein, Putz und Eisen verwendet, für die Innenräume Marmor und Holz. Dies sind langlebige Materialien, die ein Bild von Ewigkeit, Sicherheit und Überleben des Gebäudes im Laufe der Zeit suggerieren. Vom überdachten Platz aus gelangt man über eine Treppe in einen Saal mit einer Kapazität von ca. 200 Plätzen. Ausgestattet mit einer kleinen Bühne und unabhängig vom Rest des Theaters, bietet der Saal Platz für Kongresse, Konferenzen und musikalische Veranstaltungen. Vom Eingang des Theaters führt eine breite Treppe zu den Garderoben und, wieder aufsteigend, zum ersten Foyer, das eine Fläche von 660 Quadratmetern hat und mit Fresken und Wandteppichen bereichert ist. Ein charakteristisches Element des neuen Carlo Felice ist die Laterne, die im Foyer über dem Eingang zu sehen ist; sie ist eine Art Lichtkegel, der sich durch die gesamte Höhe des Gebäudes zieht und alle Etagen durchquert, um Licht vom Dach auf den überdachten Platz zu bringen. Absolut einzigartig ist das Szenario, in dem die technischen Einheiten arbeiten; gerade im Bühnenturm, der die Maschine zum Bewegen der Shows beherbergt, verschmelzen menschliche Arbeit und ausgeklügelte Getriebe in einer delikaten Balance. Das Theater hat in der Tat vier Bühnen, eine Hauptbühne, eine Hinterbühne hinter der ersten und zwei Unterbühnen, die zueinander ausgerichtet sind und durch integrierte und computerisierte elektronische Systeme gesteuert werden. Diese Bühnenhandlingsysteme, computergesteuerte Beleuchtungen, ausgeklügelte Regiekabinen für Filmaufnahmen und eine der