Das Castel Capuano ist nach dem Castel dell'Ovo das älteste in Neapel und war auch Sitz der Zivil- und Strafrechtsabteilung des Gerichtshofs von Neapel. Es handelt sich um eine Burg normannischen Ursprungs, und ihr Name leitet sich von ihrer Nähe zur berühmten Porta Capuana ab. Es war der König von Sizilien Wilhelm I., der den Bau in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts anordnete, und sofort wurde die Festung zum Sitz der königlichen Familie. Es wurde auf den Überresten eines alten Friedhofs erbaut, tatsächlich wurden bei einigen Ausgrabungen des neunzehnten Jahrhunderts mehrere Gräber gefunden. Mit Friedrich II. änderte sich das Erscheinungsbild der Burg und gewann an Würde für eine königliche Familie, die einige der typischen Merkmale einer Festung verlor. Mit dem Bau des Maschio Angioino verlor Castel Capuano seine Berufung als königliche Residenz, obwohl einige Mitglieder der Familie und verschiedene illustre Gäste weiterhin dort wohnten. Mit dem Aufkommen des spanischen Vizekönigreichs wurde der Palast schließlich zum Justizpalast und erfuhr sowohl außen als auch innen verschiedene architektonische Renovierungen, während die Keller zu Gefängnissen wurden. Draußen befindet sich ein Eingangsportal mit einer Gedenktafel, die an den Sieg Karls V. in Tunis erinnert und von einem großen zweiköpfigen Adler, dem Wappen der spanischen Herrscher, überragt wird. Nach dem Portal befindet sich ein Innenhof mit einem Säulengang, der den Kern des Schlosses bildet, ein Ort, an dem sich Richter, Anwälte, Zeugen und Angeklagte trafen. Im Inneren können Sie Ihren Besuch in einem der schönsten Räume beginnen, dem Saal des Appellationsgerichts, in dem Fresken aus dem 18. Jahrhundert zu sehen sind, die Allegorien der Provinzen des Königreichs darstellen. Im ersten Stock befindet sich der Büstensaal, in dem Sie die Büsten der wichtigsten Anwälte des Gerichts bewundern können, und auch hier gibt es schöne Fresken. Von diesem Saal aus gelangt man in den Sala della Sommaria, der um die Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde, während sich in der heutigen Bibliothek etwa 80000 Bände aus dem 16., 17. und 18. Gemeinsam vertreten sie den Antikenfonds.