In jeder Stadt gibt es Orte, die Zeugen bestimmter Momente oder ganzer Epochen des Lebens der Stadt selbst sind. Der Coffee Constants ist für Arezzo einer dieser Orte. Im historischen Zentrum gelegen, hat das Kaffee Arezzo von der großherzoglichen Toskana bis zum vereinten Italien begleitet. Es wurde 1804 eröffnet, in der Reduktion der akademischen Zivilisation der Konstanten, und als solche ist fast unzugänglich für die Öffentlichkeit, wobei nur akademische Mitglieder Gründer und Adlige der wichtigsten Familien besuchen können. In den Jahren nach der Einigung Italiens hörte das Café endgültig auf, ein exklusiver Ort der Akademie zu sein, und wurde zu einem lebendigen Treffpunkt, der allen Bürgern offen stand. Ein weiterer Wendepunkt für die Stadt und das Café kam mit der Eisenbahn: 1886 wurde der Bahnhof eingeweiht und die heutige Via Guido Monaco eröffnet, um ihn mit dem Stadtzentrum zu verbinden. Die Fassade des Cafés ist nicht mehr durch eine enge Gasse verschlossen, sondern blickt auf die neue Piazza San Francesco, die mit ihren kleinen Tischen unter einem großen Sonnenschirm und ihren Gaslampen zum "salotto buono" (gute Stube) von Arezzo wird. Das Café will nun die Passanten anlocken und verwandelt sich in das Caffè Chantant und zu Beginn des Jahrhunderts wird es auch zum Restaurant. 1936 wurde es von der Familie Bianconi übernommen, Eismachern mit langer Tradition, die nicht nur das Eis, sondern auch die Konditorei aufwerten konnten und so ihre Desserts wie den "Gattò" berühmt machten, die ausschließlich von Hand nach alten Rezepten hergestellt werden.Nach dem Zweiten Weltkrieg, mit der hektischen Wiederaufnahme des Wiederaufbaus, bleibt das Café mit seiner diskreten Pracht von Spiegeln, Stuck von illustren Aretines, roten Marmortischen und Holzmöbeln in Umgebungen, die nach Schokolade und Sorbets, Kaffee und Gebäck duften, die in aller Ruhe unter Freunden zum Vergnügen einer Pause und eines Treffens genossen werden. 1997 wurde das Café als Kulisse für einige Szenen des Films "Das Leben ist schön" von Roberto Benigni gewählt, der 1998 den Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes erhielt und mit drei Oscars ausgezeichnet wurde. Dieses Ereignis machte nicht nur Arezzo und das Caffè dei Costanti in der ganzen Welt bekannt, sondern brachte auch eine neue Spezialität des Caffè hervor, den Eisbecher "La vita è bella".