In den Räumen des Palazzo Alidosi, in Castel del Rio auf den Hügeln von Imola, werden die Geheimnisse des Anbaus und der Verarbeitung einer Frucht gesammelt, die lange Zeit als das "Brot der Armen" galt. Das Museum erzählt die Geschichte dieser Frucht, beginnend mit dem Boden, auf dem die Pflanzen wachsen, und endend mit einer Beschreibung der natürlichen Eigenschaften der Kastanienbäume. 2002 gegründet, ist das Museum ein integraler Bestandteil der "Strada dei vini e sapori dei Colli d'Imola" (Straße der Weine und Geschmäcker der Hügel von Imola), die sich in den malerischen Hügeln von Imola, in der Provinz Bologna, befindet. Das Kastanienmuseum ist in einigen Räumen des Palazzo Alidosi untergebracht, der seit 1841 das Rathaus von Castel del Rio ist. Die monumentale Palastfestung wurde auf Geheiß des Kardinals Francesco Alidosi zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichtet, vielleicht nach einem Entwurf von Bramante, einem Freund des Kardinals, oder von Francesco da Sangallo. Das Projekt, das eine massive quadratische Struktur vorsah, die von einem Verteidigungsgraben umgeben war, wurde wegen der entstandenen Schulden nie vollendet, und die Arbeiten endeten mit dem Bau von nur zwei der vier geplanten Bastionen. Das Museum ist eine Gelegenheit, der Natur, der Kultur und der Geschichte des oberen Santerno-Tals zu begegnen, in dessen Mittelpunkt die Frucht des Kastanienbaums steht, insbesondere der köstliche Marroni von Castel del Rio, der sich der Anerkennung des Igp rühmt. Esskastanien unterscheiden sich stark von den häufigeren Kastanien. Zunächst einmal zeichnen sie sich durch ihren Geschmack aus: Sie sind süßer und duftender und heben die Aromen und den Geschmack der Hölzer hervor. Die Kastanie ist auch größer als eine Marone, so dass eine Schale maximal zwei oder drei Früchte enthält. Schließlich ist sie durch eine braune Haut und eine dünne Schale geschützt, die sich sehr leicht entfernen lässt, was bei Kastanien fast unmöglich ist. Die ganze Güte der Kastanien kann im Herbst voll genossen werden, aber - wie durch Tafeln und spezielle Werkzeuge im Museum veranschaulicht - hat die Weisheit der Bergvölker ein ganz natürliches Verfahren entwickelt, um die Köstlichkeit der Früchte bis zum Frühjahr zu erhalten. Die Kastanien werden ca. 8 Tage lang in Wasser eingelegt, um eine leichte Gärung zu bewirken; anschließend werden die Früchte in gut belüfteten Räumen getrocknet und in Netzsäcken gesammelt.