Diese kleine barocke Schönheit, die wegen ihres riesigen Nachbarn, der Marienkirche, oft übersehen wird, wurde nach dem Willen von Andrzej Olszowski, dem Primas von Polen von 1674-1677, erbaut. Nach seinem Tod im letztgenannten Jahr wurden 80.000 zł aus dem Nachlass Olszowskis zum Bau der Kapelle beigesteuert, zusammen mit 20.000zł von König Jan III Sobieski. Zu dieser Zeit befanden sich Danzig und Nordpolen in einem mehrheitlich protestantischen Gebiet und selbst die mächtige Marienkirche war ein Ort protestantischer Anbetung. So wurde die königliche Kapelle gebaut, um der katholischen Minderheit der Stadt zu dienen. Der Bau begann 1678 und wurde 3 Jahre später abgeschlossen. Während die Aufzeichnungen darüber, wer der Architekt war, unsicher sind, wird angenommen, dass der in den Niederlanden geborene Serien-Barock-Täter Tylman von Gameren der Mann hinter dem Entwurf war, da er viele Arbeiten für König Sobieski gemacht hatte, wie z.B. die St. Kasimir-Kirche in Warschau. Aufzeichnungen scheinen jedoch zu bestätigen, dass der leitende Ingenieur Barthel Ranisch war, und der Schöpfer der Inneneinrichtung war Andreas Schlüter. Heutzutage ist die Königliche Kapelle das auffälligste Gebäude in der ul. Swiętego Ducha und ist im Sommer am besten zu genießen, während man im Vier-Viertel-Brunnen auf der anderen Straßenseite tanzt. Obwohl die Kapelle offiziell für Besucher geschlossen ist, ist sie für Gottesdienstbesucher weiterhin zugänglich.