Das sichtbarste Gotteshaus in Danzig, die Marienbasilika, gilt als die größte Backsteinkirche der Welt. Das Innengewölbe trägt 37 Fenster, über 300 Grabsteine und 31 Kapellen. Sie kann bis zu 25.000 Menschen aufnehmen, was während der Zeit des Kriegsrechts zwischen 1981 und 1983 nützlich war, als Mitglieder der Solidarnosc-Bewegung hier Zuflucht suchten. Der Zugang zur Kirche erfolgt durch sieben Tore, die interessante Namen tragen, wie z.B. das Tor des Geldbeutelmachers. Interessanterweise nagelte der Bildhauer, der das Kruzifix Christi schnitzte, seinen irrenden Schwiegersohn an ein Kreuz, um seiner Arbeit mehr Realismus zu verleihen. St. Mary's wurde während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt und die ursprünglichen Fresken wurden seitdem weiß getüncht, was weit davon entfernt ist, einen Eindruck von nackter Leere zu hinterlassen und das Beste aus den Relikten herauszuholen, die überall zu sehen sind und ein wunderbares Gefühl erzeugen. Bemerkenswert ist die riesige astronomische Uhr aus dem Jahr 1464. Ihre komplexen Ziffernblätter zeigen die Uhrzeit und das Datum, die Mondphasen, die Position von Mond und Sonne im Verhältnis zu den Tierkreiszeichen und den Heiligenkalender. Adam und Eva läuten die Glocke zur vollen Stunde. Die Legende besagt, dass dem Erfinder der Uhr die Augen ausgestochen wurden, damit er nie eine bessere Uhr als diese bauen würde. Diese Geschichte hört man über jede astronomische Uhr in Europa, und man fragt sich, warum mittelalterliche Uhrmacher überhaupt Aufträge annahmen. Der 78 Meter hohe Turm, für den man 405 Stufen überwinden muss, beherbergt eine Aussichtsplattform mit einem atemberaubenden Blick auf die Danziger Altstadt.