Das Naturschutzgebiet Torbiere del Sebino liegt am Südufer des Iseosees und hat eine Jahrtausende alte Geschichte, die bis in die letzte Eiszeit zurückreicht. Es ist ein Ort, der jahrhundertelang unberührt blieb, zumindest bis der Mensch die Möglichkeit der Nutzung von Torf entdeckte: Es handelt sich um eine unterirdische, wasserreiche Ablagerung, die von einigen Zentimetern Gras und Erde bedeckt ist; einmal abgebaut und getrocknet, hat sie einen höheren Heizwert als Holz. Da Torf billiger als Kohle war, wurde er für viele Zwecke verwendet: in Öfen, Spinnereien, Fabriken, zum Heizen von Häusern und bis zum Ersten Weltkrieg sogar zum Antrieb der Züge der Eisenbahnlinie Brescia-Iseo-Edolo. Seine Nutzung wurde in den 1950er Jahren vollständig eingestellt, als sich die Landschaft in diesem Gebiet völlig veränderte: Heute ist er eine Fläche aus Schilf und Wasserflächen mit unterschiedlich tiefen Becken, von denen einige zum Angeln freigegeben sind. Die Moore gelten auch als eines der wichtigsten Paradiese für die Vogelbeobachtung in Europa: Rund 280 Vogelarten wurden beobachtet, darunter etwa 40 nistende. Aber das ist noch nicht alles: Die Aussichtsterrasse, die man nach dem ersten Kilometer Fußmarsch erreicht, und die zahlreichen Pfähle, die in dichtes Schilf getaucht sind, ermöglichen es dem Besucher, sich zu entspannen und das umliegende Panorama zu bewundern.
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