Was haben Gabriele D'Annunzio, Hemingway, Prinzessin Sissi und Jean-Paul Sartre gemeinsam? Sie alle, zusammen mit vielen anderen Intellektuellen und prominenten Persönlichkeiten ihrer Zeit, ließen sich vom Gran Caffè Gambrinus, einem der schönsten Cafés Neapels, verzaubern. Das Gambrinus, das auch heute noch in Betrieb ist, ist ein Café von atemberaubender Schönheit: Direkt neben der Piazza del Plebiscito, wo die Luft dank der Nähe zum Meer glitzert, verzaubert dieser historische Ort noch heute täglich Hunderte von Besuchern.Die Geschichte des Gambrinus beginnt zusammen mit einem weiteren grundlegenden Kapitel der italienischen Geschichte: Es ist 1860, das Jahr der Einheit, und im Erdgeschoss des Palazzo della Foresteria, dem Sitz der Präfektur von Neapel, wird das "Gran Caffè" eröffnet - zunächst so genannt - mit der Absicht, einen Treffpunkt zu schaffen, ein wirkliches Wohnzimmer für neapolitanische Intellektuelle.
Seine Berühmtheit wird durch die Anwesenheit der besten Barkeeper, Konditoren und Eishersteller sanktioniert, die aus ganz Europa angezogen werden: in kurzer Zeit zieht das Caffè die Aufmerksamkeit der königlichen Familie auf sich, die dem Ort den Titel "Lieferant des Königshauses" verleiht, eine Ehre, die den besten Exzellenzen des Königreichs gewidmet ist.Gegen Ende des Jahrhunderts, zwischen 1885 und 1890, durchlebt das Gran Caffè schwierige Jahre, vielleicht aufgrund der fortschreitenden sozialen und politischen Veränderungen. In diesen Jahren zeigte der Mäzen Mariano Vacca sein Interesse an Gambrinus und beschloss, sich um die Neugestaltung der Räume zu kümmern, um diesem Ort seine Pracht zurückzugeben: Er bezog Architekten und Designer, Handwerker und Künstler mit ein, und in kurzer Zeit erstrahlte der Ort wieder durch Dekorationen, Fresken, Marmor, Basreliefs und Wandteppiche. In kurzer Zeit erlangt das Gran Caffè seinen Glanz wieder: Es ist nicht mehr nur ein Ort, sondern ein echter Treffpunkt, an dem Kunst und Schönheit Menschen aus allen Ecken Europas anziehen. Mit der Renovierung der Räume wird auch ein neuer Name für das Caffè gewählt: Gambrinus, wie der legendäre König von Flandern, um die Vereinigung der beiden berühmtesten europäischen Getränke, des nordischen Bieres und des neapolitanischen Kaffees, zu feiern.
Am 3. November 1890 wurde das nagelneue Gran Caffè Gambrinus eingeweiht: dies war der Beginn der großen Blütezeit des Ortes, der von Herrschern, Musikern, Politikern, Journalisten, Schriftstellern und Künstlern von internationalem Ruhm als kulturelle Basis gewählt wurde, die durch die Stadt zogen.