Der Hügel von Anglona ist seit der Bronze- und Eisenzeit besiedelt; der Ort wird auch mit der griechischen Stadt Pandosia identifiziert, die auf den Tafeln von Herakleia verzeichnet ist. Der Name Pandosia spielt auf die Fruchtbarkeit des Gebiets an, die zusammen mit der strategischen Lage des Ortes in Bezug auf das antike Straßennetz eine beträchtliche Entwicklung der Siedlung ermöglichte, insbesondere in hellenistischer Zeit (4.-3. Jahrhundert v. Chr.).
Über der antiken Siedlung entstand im Mittelalter ein neues Zentrum, von dem heute nur noch die Kirche S. Maria di Anglona erhalten ist. Die Kirche existierte mit Sicherheit bereits 1092, und einige der Strukturen gehen auf das 11. Jahrhundert zurück, auch wenn ihr heutiges Aussehen stark von den Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte geprägt ist: Die erhaltenen Fresken an den Wänden der Kirche stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert; die Umgestaltung des Apsidenbereichs und die dekorative Gestaltung des Äußeren lassen sich auf die erste Hälfte des 13.
Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt Anglona zerstört, und die Kathedrale blieb zwar verschont, verlor aber nach und nach an Ansehen. Im Jahr 1931 wurde die Kirche zum Nationaldenkmal erklärt, aber erst in den 1960er Jahren begannen die ersten Restaurierungsarbeiten an dem architektonischen Komplex und den Fresken.
Der Innenraum ist durch zwei schlichte Säulengänge, die Spitzbögen tragen, in drei Schiffe unterteilt und besitzt einen tiefen Chor, der in einer Apsis endet. Sie ist das bedeutendste religiöse Monument der Region und eine der schönsten Kirchen der Basilikata. Besonders erwähnenswert sind die Fresken, die zu den wichtigsten künstlerischen Zeugnissen des lukanischen Mittelalters gehören. Von dem religiösen Komplex sind neben dem Freskenzyklus der viereckige Glockenturm mit zweibogigen Fenstern mit zwei Lichtöffnungen, die halbrunde Apsis mit Hängebögen und das prächtige Portal vom Ende des 11. Jahrhunderts erwähnenswert, das von Figuren mit menschlichen Gesichtern, den Symbolen der vier Evangelisten mit dem Lamm in der Mitte und den Figuren der Heiligen Petrus und Paulus an den Seiten überragt wird.