Die aus Amerika stammende Tomate hat in der Provinz Parma seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen fruchtbaren Boden gefunden. Und das Gebiet hat sich nicht nur auf den Anbau beschränkt, sondern sich auch der Verarbeitung zugewandt, so dass es heute nicht nur Tomatenprodukte, sondern auch Technologie für die Konservenindustrie in die ganze Welt exportiert.Die Tomate ist daher ein fester Bestandteil des Museumsrundgangs, der die typischen Produkte der Region Parma hervorhebt.Das Museum befindet sich im Corte di Giarola, in der Gemeinde Collecchio, in einem mittelalterlichen landwirtschaftlichen Verarbeitungszentrum. In den ersten sechzig Jahren des 20. Jahrhunderts war hier eine Tomatenkonservenindustrie angesiedelt, heute ist es auch das Zentrum des regionalen Flussparks Taro.Die Ausstellung gliedert sich in sieben thematische Abschnitte. Die erste Abteilung erzählt die Geschichte der Tomate, ihre Ankunft in Europa im 16. Jahrhundert und ihre anschließende Verbreitung in der Esskultur. Es werden die vorhandenen Sorten, die ernährungsphysiologischen Eigenschaften und die Anbaugebiete vorgestellt.Weiter geht es mit dem zweiten Abschnitt, der die Entwicklung der Verarbeitungsindustrie in der Wirtschaft von Parma veranschaulicht: vom Trockenprodukt zu Konserven, von Konzentraten zu Pürees, von Fertigsaucen zu trinkbaren Säften.Der dritte Abschnitt zeigt die Entwicklung der Produktionstechnologien: von der Protoindustrie zur Fabrik mit der Rekonstruktion einer Produktionslinie für Tomatenkonserven, die mit 14 alten Maschinen hergestellt wird.Die vierte Etappe ist ebenfalls sehr interessant und befasst sich mit dem Thema des Endprodukts und der Verpackung, mit der Ausstellung von mehr als einhundert originalen historischen Dosen sowie einer Fülle von Kommunikations- und Werbematerial der mehr als siebzig Marken, die zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in der Region Parma aktiv waren.Die fünfte Abteilung ist der Entwicklung der mechanischen Industrie gewidmet, die sechste erzählt von den Pionierunternehmern und den verschiedenen Arbeitsplätzen in den Fabriken und beherbergt einen Raum, der der 1922 gegründeten Versuchsstation für Konserven und Lebensmittelindustrie und der Konservenausstellung gewidmet ist, einem wichtigen Schaufenster der Parmaschule und dem Vorläufer des heutigen Cibus.Den Abschluss des Museumsrundgangs bildet die Kultur der "Welt der Tomate" mit Werbung, Zitaten, Gemälden, Skulpturen und Rezepten rund um die Tomate, bis hin zur Gastronomie mit ihrer Verbindung mit Pasta und Pizza.