Die Überreste der antiken römischen Kolonie Abellinum, die in der graccanischen Epoche (Ende II. Jh. v. Chr.) entdeckt und einer früheren samnitischen Siedlung (IV-III. Jh. v. Chr.), dem Oppidum Abellinatium, eingepflanzt wurden, befinden sich auf der heutigen Hochebene der Civita, nordwestlich des heutigen bewohnten Zentrums von Atripalda, am linken Ufer des Flusses Sabato, seit der Antike eine natürliche Verbindung zwischen dem Benevento und dem Gebiet von Salerno.
Am Eingang der Civita, im nördlichen Teil der Civita, ist noch ein Teil des römischen Mauerrings aus opus reticulatum (Gitterwerk) mit pyramidenförmigen Tuffsteinen zu sehen. Am Rande des Grabens, der die gesamte Stadtmauer umgibt, sind drei Reihen der samnitischen Befestigungsanlage aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. aus opus quadratum (quadratisches Werk) mit großen Blöcken aus gelbem Tuffstein zum Vorschein gekommen.
Innerhalb der Stadtmauern befindet sich auf der Ostseite der öffentliche Bereich mit den Thermen und dem Forum, von dem ein runder Marmoraltar ausgeht, der derzeit im Irpino-Museum in Avellino ausgestellt ist.
Im nordöstlichen Bereich ist ein hellenistisch-pompejianischer Domus zu sehen, der vermutlich einem Marcus Vipsanius Primigenius, dem Freigelassenen von Vipsanio Agrippa, Schwiegersohn des Augustus, gehört.
Der monumentale Komplex hat den Charakter einer reichen Patrizierresidenz, nicht nur wegen seiner Größe (ca. 2500 Quadratmeter Erweiterungsfläche), sondern auch wegen der besonderen Raffinesse der Dekoration der verschiedenen Räume und Einrichtungsgegenstände, die ans Licht gekommen sind. Mit dem Erdbeben von 346 n. Chr. wurden die Lebensbedingungen des antiken Zentrums schwierig, und mit dem griechisch-gotischen Krieg (535-555 n. Chr.) kam es bis zur Eroberung durch die Langobarden ab dem Ende des VI.
Vom antiken Abellinum sind einige Sektoren der Nekropole bekannt, die entlang der großen Vorstadtstraßen liegen: Die bedeutendsten Zeugnisse stammen aus der Ortschaft Capo la Torre, wo Gräber aus der römischen Kaiserzeit bis in die Spätantike ausgegraben wurden. Am gleichen Ort wurden weitere Bestattungen entlang der Umfassungsmauern der Krypta der Stiftskirche St. Hippolyst identifiziert; der Überlieferung nach kann dieser Ort als Specus Martyrum der ersten christlichen Gemeinschaften identifiziert werden, die die Überreste und Reliquien der Heiligen aufbewahrten. In der Krypta sind heute noch die Gräber des Leviten Romulus und des Sabinusbischofs (6. Jh. n. Chr.) erhalten.