Das Museum befindet sich in einigen Räumen des antiken Klosters St. Franziskus, das Ende des dreizehnten Jahrhunderts gegründet wurde. Der Zugang erfolgt über einen Säulengang, in dem man noch heute die wertvollen Sprossenfenster und das mehrlappige Portal bewundern kann, das zum Kapitelsaal führte. Das Museum wurde von Superintendent Valerio Cianfarani ins Leben gerufen, um die prestigeträchtigen Funde der Nekropole von Campovalano aus den 1967 begonnenen Ausgrabungskampagnen zu beherbergen. 1989 wurde das Museum eingeweiht. Die Ausstellung veranschaulicht anhand grafischer und umwelttechnischer Rekonstruktionen die Entwicklung der Bestattungsriten einer Pretuzia-Ethnie aus dem mitteladriatischen oder picenischen Kulturraum. Im ersten Saal "Campovalano prima degli italici" (Campovalano vor der Kursivschrift) wird das tägliche Leben in den Dörfern während der Bronzezeit und insbesondere im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. illustriert und das Grab eines kleinen Mädchens (9. Jahrhundert v. Chr.), das in Coccioli gefunden wurde, rekonstruiert. Die folgenden Säle sind ganz der Nekropole von Campovalano gewidmet, mit einer Ausstellung von Grabbeigaben und Rekonstruktionen, die die Entwicklung des Bestattungsritus in den Pretuzii zeigen (Säle 2/9 Die erste Bestattung in Campovalano - Die Zeichen des Reichtums - Die Söhne des Adels - Rekonstruktion des Grabes n. 2: Die Bestattung eines Königs - Soziale Unterschiede - Aspekte des weiblichen Lebens - Ein reicher Jugendlicher - Das Zeitalter der Krise) In der Anthropologischen Sektion bieten die analysierten Knochenreste wertvolle Informationen zu Geschlecht, Krankheiten, Traumata, Missbildungen und Sterbealter. In dem Raum, der den "Neuheiten" gewidmet ist, wird schließlich die reiche Aussteuer eines jungen Aristokraten ausgestellt, die sich aus zahlreichen und raffinierten Juwelen zusammensetzt, darunter die kostbare Halskette aus Goldfolienkörnern der Magna Graecia-Kultur und die Silberarmbänder der keltischen Tradition. Verbunden mit dem Archäologischen Museum von Campli, in dem die Funde ausgestellt sind, ist die Nekropole von Campovalano, die sich auf dem Gebiet der Gemeinde Campli befindet und bis zu 621 Bestattungen zurückgegeben hat, von denen die ältesten durch große, von Steinkreisen umschlossene Hügel gekennzeichnet sind.