Wenn man von Pistoia in Richtung Apennin hinaufsteigt, führt die 1778 von Großherzog Leopold fertig gestellte Straße bei Le Piastre durch einen Ort, der im Volksmund "Valle Fredda" (Kältetal) genannt wird, und das aus gutem Grund: aufgrund seiner besonderen Beschaffenheit ist es hier tatsächlich kälter als in der Umgebung. Jahrhunderts für die Herstellung von "Natureis" genutzt (eine Definition, die sich in Wirklichkeit erst später mit der Einführung chemischer Methoden zur Kälteerzeugung verbreitete) und gewann mit der Fertigstellung der Straße und später der Eisenbahn große Bedeutung. In seiner Blütezeit kam das Eis aus diesem Tal in speziellen, mit Metall ausgekleideten Wagen bis nach Rom: Die Produktion begann Anfang des 17. Das wichtigste Eishaus, das bis heute erhalten geblieben ist, ist das Eishaus Madonnina, das von der Straße aus sichtbar ist und auf Anfrage mit einem Führer besichtigt werden kann. Die Konstruktion, die die thermische Trägheit des von einer dicken Schicht aus Kastanienblättern bedeckten Eises ausnutzt, garantierte die Konservierung, bis es durch drei Öffnungen auf verschiedenen Ebenen auf die Transportmittel gebracht wurde, um dann in den weiter flussabwärts gelegenen Städten verkauft zu werden. Um ein Eishaus wie das von Madonnina zu füllen, waren drei "Lagate" nötig: Der künstliche See davor musste dreimal zugefroren und geknackt werden.