Mit dem Begriff "Grotte di Catullo" er identifiziert eine römische Villa, die zwischen dem Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. in Sirmione gebaut wurde. Die Grotte di Catullo erstreckt sich über eine Fläche von 2 Hektar in der Provinz Brescia, inmitten der Olivenbäume am äußersten Rand der Halbinsel Sirmione, am Südufer des Gardasees. Es handelt sich um die Überreste einer römischen Villa auf mehreren Ebenen, die zwischen dem ersten Jahrhundert v. Chr. und dem ersten Jahrhundert n. Chr. entstanden ist und Caius Valerius Catullus zugeschrieben wird, einem Exponenten der Valeri, der wohlhabenden Familie Veronese, von der angenommen wird, dass sie das Haus besessen hat. Der Name Grotte geht auf das 15. Jahrhundert zurück, als die Ruinen, teilweise eingestürzt und von Vegetation bedeckt, das Aussehen von Höhlen annahmen.
Die Villa, die dank der im neunzehnten Jahrhundert begonnenen Ausgrabungen und der anschließenden Forschungen von Girolamo Orti Manara wieder zum Vorschein kam, hat einen rechteckigen Grundriss mit zwei Vorderteilen an den kurzen Seiten. Das Hauptgeschoss entwickelt sich um den großen Garten-Peristyl mit langen terrassenförmigen Korridoren mit Blick auf den See.
Unter den Ruinen kann man den Kryptoportico, die große, etwa 43 m lange Zisterne, den Thermalbereich mit dem Schwimmbad und andere Umgebungen mit suggestiven Namen erkennen, wie die Trifora del Paradiso, den Saal der drei Säulen, die Grotta del Cavallo und die Aula dei Giganti.
Rechts vom Parkeingang befindet sich das Antiquarium, das Museum, in dem zahlreiche in der Villa und im Gardaseegebiet gefundene Funde ausgestellt sind, wie Fußbodenmosaike, Bronze- und Keramikobjekte, mit Multimedia-Videos und 3D-Rekonstruktionen von Pfahlbauten, römischen Villen und Schlössern. Das Museum ist in verschiedene Abteilungen unterteilt, die u.a. die Genese und Morphologie des Gardasees veranschaulichen und Beweise und Fotografien der Ausgrabungen und der Restaurierung aufbewahren.
Die Grotte di Catullo kann zu Fuß mit einem Spaziergang von etwa einem Kilometer vom Scaliger-Schloss aus erreicht werden oder, von April bis Oktober, mit einem elektrischen Zug, der vom Platz vor dem Thermalbad abfährt.