Fara San Martino, ein Ort im Majella-Nationalpark, kann als Welthauptstadt der Pasta bezeichnet werden, denn hier befinden sich die berühmten Nudelfabriken De Cecco, Delverde und Cocco, die ihre unvergleichlichen Produkte in alle Teile der Welt exportieren. Das kleine Dorf lombardischen Ursprungs (440 m über dem Meeresspiegel und etwa 1.610 Einwohner) erhebt sich in einer fantastischen natürlichen Umgebung am Osthang der Majella, an der Mündung des malerischen und wilden Santo Spirito-Tals. Oberhalb des Dorfes wird der steile Berg von zwei Schluchten eingeschnitten, dem Valle di Santo Spirito und dem Valle Serviera, die ein riesiges V" zu bilden scheinen. Unterhalb des Dorfes fließt der Verde River, dessen Wasser für die Versorgung der Nudelindustrie von enormer Bedeutung ist. Auf dem Gebiet von Fara San Martino und dem nahe gelegenen Palombaro befindet sich das "Riserva Statale Fara S. Martino - Palombaro", das sich durch ausgedehnte Gebiete mit Buchen, Latschenkiefern, Schwarzkiefern und anderen botanischen Arten von großem naturalistischem Interesse auszeichnet. Das Reservat ist ein idealer Lebensraum für viele Vogelarten und wird auch vom Marsicanischen Braunbären und dem Apenninenwolf besucht. Der älteste Kern von Fara S. Martino, Terravecchia genannt, der wie durch ein Wunder die Zerstörungen des letzten Weltkriegs überlebt hat, bewahrt die Spuren des ursprünglichen befestigten Dorfes, das nur durch eines der beiden Tore betreten werden konnte (das verbleibende Tor, die "Porta del Sole", ist beeindruckend), die durch eine enge Straße verbunden sind, die sich in zahlreiche kleine geschlossene Gassen verzweigt. Im neueren Stadtgebiet sind die Pfarrkirche San Remigio, die ein Gemälde von Tanzio da Varallo aus dem 17. Jahrhundert beherbergt, und die Kirche Madonna delle Grazie aus dem Jahr 1647 einen Besuch wert. Etwa einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet sich der Eingang zur spektakulären S. Spirito-Schlucht (oder S. Martino-Schlucht), die der Überlieferung nach vom Heiligen Martin selbst geöffnet wurde, um den Einheimischen den Zugang zu den Gewässern und Weiden des Hochgebirges zu ermöglichen. Nach einigen hundert Metern öffnet sich die enge Schlucht zu einem breiteren und helleren Canyon, in dem die Ruinen des alten Benediktinerklosters San Martino in Valle (1044) zu finden sind. Im Inneren des wilden Vallone di S. Spirito führt ein Weg zum Monte Amaro (2.795 m, der zweithöchste Gipfel des Apennins), der in 14 km einen Höhenunterschied von ca. 2.400 m überwindet. In der Nähe des Eingangs zur Schlucht befinden sich die eindrucksvollen Quellen des Río Verde, dessen helles und bakteriologisch reines Wasser hervorragende oligomineralische Eigenschaften aufweist.
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