Schloss Eggenberg am Rande des Stadtzentrums ist eingebettet in einen wunderschönen Park. Das Hauptschloss wurde als architektonische Allegorie des Universums angelegt. Das Gebäude stellt einen genau berechneten Kosmos dar. Es wurde von Fürst Hans Ulrich von Eggenberg ab dem Jahr 1625 in Auftrag gegeben, um seinen Wunsch nach einem harmonischen Bauwerk zu verkörpern und auf das Chaos des 16. Jahrhunderts zu reagieren. 365 Fenster, 31 Räume in jedem Stockwerk, 24 Prunkräume mit 52 Türen und insgesamt 60 Fenster, 4 Ecktürme - alles Anspielungen auf die Zeit, auf die Jahreszeiten, auf Wochen, Tage, Stunden, Minuten. Diese Zahlensymbolik in Anlehnung an den damals neuen gregorianischen Kalender ist das architektonische Programm des Palastes. Auch die Malereien im Planetensaal, mit dessen Ausstattung 1678 begonnen wurde, sind von astronomischer Symbolik geprägt. In den Deckengemälden ordnete der Maler Hans Adam Weissenkircher die zu seiner Zeit bekannten sieben Himmelskörper den Wochentagen, römischen Göttern, Metallen und Mitgliedern der Familie Eggenberger zu, darunter immerhin ein siegreicher Feldherr und ein kaiserlicher Gesandter. An den Wänden ergänzen die zwölf Tierkreiszeichen das astronomische Zahlenspiel. Erst neuere Forschungen haben ergeben, dass Hans Ulrich die mittelalterliche Burg der Eggenberger in das neue Schloss einbezogen hat. Der Schnittpunkt aller durch das Gebäude gezogenen Diagonalen ist die alte gotische Kapelle. Mitte des 18. Jahrhunderts bauten die Erben der Eggenberger, die Grafen von Herberstein, das ehemalige Theater des Schlosses zu einer prächtigen Barockkirche um. Die alte Kapelle wurde deshalb nicht mehr genutzt, ihre ursprüngliche Funktion geriet in Vergessenheit. Der Flügelaltar von 1470 wurde auf seine 13 Tafeln reduziert, die gerahmt und Anfang des 20. Jahrhunderts nach Amerika verkauft wurden. Erst vor wenigen Jahren wurde der Altar wiederentdeckt und an seinen ursprünglichen Platz zurückgebracht. Schloss Eggenberg ist untrennbar mit seinem Park verbunden, der sich mit dem Zeitgeschmack verändert hat. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er zum heutigen Landschaftsgarten umgestaltet. Eine besondere Attraktion sind die majestätisch pirschenden Pfaue. Und ein umgestalteter Raum des Parks - der Planetengarten. Er setzt natürlich die Ikonographie des Schlosses fort.