Das Kloster S. Domenico in seiner heutigen Form stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Sie wurde also fünfzig Jahre nach der gleichnamigen Kirche erbaut. An derselben Stelle ist zumindest ab den letzten zwanzig Jahren des 9. Jahrhunderts bereits die Gründung des Klosters S. Pietro Imperiale bezeugt, und auch die dokumentarischen Quellen berichten, dass einige Zeit später, im Jahr 1080, Herzog Roberto il Guiscardo den Benediktinern von Montecassino die Taranto prepositura (den Sitz des Prälaten oder Pfarrers) gewährte. Die ursprüngliche Konfiguration des Klosterkomplexes wurde durch häufige Umbauten völlig verändert, von denen die deutlichsten zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert in den heutigen Formen des Kreuzgangs zu erkennen sind. Das Monument erfuhr durch einige Nutzungsänderungen, wie z.B. die Unterbringung einer Kavalleriekaserne mit der Unterdrückung der Mönchsorden zwischen 1806 und 1809 oder die Zuweisung zum Hauptquartier des Kommandos der Königlichen Guardia di Finanza nach der Vereinigung Italiens, große Veränderungen. Die Renovierungsarbeiten des Monumentalkomplexes ermöglichten die Wiederherstellung der gotischen Fassade mit einem von zweibogigen Fenstern flankierten Portal, das heute den Kreuzgang aus dem 18. Jahrhundert überblickt, aber ursprünglich in den Garten führte, der auch für Begräbnisfeiern genutzt wurde, wie aus den stratigraphischen Untersuchungen während der Restaurierungsarbeiten hervorgeht und wie derzeit durch die beiden Carparo-Sarkophage dokumentiert wird, die in der Grünanlage erhalten sind.
Der Kreuzgang hat einen unregelmäßigen Grundriss mit Armen, die durch Kreuzgewölbe gekennzeichnet sind, und weist Säulen mit Eckblattkapitellen aus dem örtlichen Carparo auf. Außerdem sind einige Sektoren der späten Pflasterung des überdachten Weges in Terrakotta-Blöcken erhalten, die in Fischgräten- oder linearen Reihen angeordnet sind. Von der bildlichen Dekoration der ursprünglich verputzten Wandflächen sind an der Ostwand des Portikus noch schwache Spuren religiöser Sujets zu erkennen. Die zwischen 1989 und 1994 durchgeführten archäologischen Forschungen betrafen einige Räume des Klosters im Erdgeschoss mit Blick auf die Via Duomo, den Garten des Kreuzgangs und den nördlichen Flügel des Kreuzgangs in der Nähe der Mauer und des südlichen Fundaments der Kirche S. Domenico und ermöglichten die Analyse der komplexen und kontinuierlichen Phasen der Besetzung der Stätte, von der prähistorischen Zeit bis zu den Ereignissen, die mit der Aufgabe und dem endgültigen Verfall des Klostergebäudes in der Neuzeit verbunden waren. Die älteste städtische Präsenz geht auf die Jungsteinzeit zurück, die vom 6. bis zum 4. Jahrtausend v. Chr. reicht. Die Siedlungen des zweiten Jahrtausends (Bronzezeit) sind eng mit denen des nahegelegenen Scoglio del Tonno (in dem heute von der Eisenbahn besetzten Gebiet) und Porto Perone - Saturo verbunden, die von der mykenischen Besiedlung betroffen waren. Spätere Spuren verweisen auf Strukturen der ei