Der "Bocconotto" ist ein kleiner Mürbeteigkuchen, der mit nativem Olivenöl extra hergestellt und mit einer dichten Mischung aus dunkler Schokolade, Mandeln und Zimt gefüllt wird. Der "Bocconotto" von Castel Frentano, auch "Castellino" genannt, ist ein typisches Konditoreiprodukt dieser Stadt und des Frentano-Gebiets im Allgemeinen, das es in unzähligen Variationen gibt, die oft auf streng gehütete, überlieferte Familienrezepte zurückgehen. Der Mürbeteig (für etwa 30 "Bocconotti") wird aus 12 Esslöffeln superfeinem Mehl hergestellt, das in eine Schüssel gesiebt und mit zehn Esslöffeln nativem Olivenöl extra vermischt wird, bis große Krümel entstehen. Die zehn Eigelb und zehn Esslöffel Zucker mit geriebener Zitronenschale (ohne Mark) werden hinzugefügt. Das Ganze wird noch einmal schnell zu einem glatten Teig verrührt, der zu einer Kugel geformt wird, die dann in Küchenfolie eingewickelt wird und mindestens eine Stunde lang an einem kühlen Ort ruhen muss. Getrennt davon wird in einem Topf eine Füllung aus 1,5 l Wasser, 400 g Zucker und 350 g Zartbitterschokolade zubereitet, die unter gelegentlichem Rühren zum Kochen gebracht wird. Die Füllung sollte etwa 90 Minuten lang kochen, dann werden 350 g fein gemahlene, geröstete Mandeln hinzugefügt und weitere 15 Minuten lang gekocht. Wenn die Masse abgekühlt ist, werden acht Eigelb und Zimt hinzugefügt, und die Pfanne wird wieder auf mäßige Hitze gestellt, wobei weitere 15 Minuten gerührt wird, bis die Masse fertig gekocht ist. Unter gelegentlichem Umrühren lässt man die Masse wieder abkühlen. Mit dem Mürbeteig werden die zuvor gebutterten Aluminium- oder Edelstahlformen (ursprünglich wurde Kupfer verwendet), die nicht größer als 10 cm in der Breite und 2-3 cm in der Höhe sind, ausgekleidet und die Füllung hineingelöffelt. Der verbleibende Mürbeteig wird ausgebreitet und mit einer Form werden Deckel für die Bocconotti" ausgestochen, die dann bei 180°C gebacken werden, bis sie eine schöne goldene Farbe haben. Nach dem Backen werden sie mit Puderzucker bestäubt und serviert. Wenn man sie anschneidet, ist die Füllung dunkel und kompakt und duftet nach Schokolade, Zimt und gerösteten Mandeln. Die Kombination aus dem zarten Mürbeteigmantel und dem kräftigen Geschmack der Füllung macht den "Bocconotto castellino" einzigartig und zu einem großen Erfolg in der ganzen Region und darüber hinaus. Das Wort "bocconotto" wurde erstmals 1930 im Domenico Bielli's Dizionario abruzzese mit folgendem Eintrag erwähnt: "BUCCUNOTTE: ein rundes Gebäck mit einer Füllung aus Honig, Sahne, Schokolade, Schlagsahne oder anderen Zutaten. ents". Die spärlichen Informationen, die bis in die heutige Zeit überliefert sind, deuten darauf hin, dass die Ursprünge in den frühen 1900er Jahren liegen. Wie Enzo Giordano in "Il Segno" feststellt, wird der Kuchen jedoch auf das späte 17. bis frühe 19. Jahrhundert zurückgeführt, als der Kakao erstmals in Europa in Umlauf kam. Der "Bocconotto" ist auch außerhalb der Region ein großer Erfolg, und ist eines der beliebtesten Gebäcke der lokalen Hausbacktradition.