Wir betreten die Kathedrale San Cerbone, die von den Einwohnern von Massa Carrara liebevoll "Duomo" genannt wird, durch eine imposante Treppe, die das Gebäude wahrhaft majestätisch erscheinen lässt. Der Bau wurde im elften Jahrhundert begonnen und ist ein bemerkenswertes Beispiel der romanisch-gotischen Architektur. Große Künstler waren mit ihren Werken an der Realisierung beteiligt: Giovanni Pisano, Goro di Gregorio, Segna di Bonaventura, Giroldo da Como und Duccio da Boninsegna. Nach zehn Jahren Restaurierungsarbeiten ist das Innere der Kuppel wieder zu sehen, was eine großartige Überraschung bereithält. Heute können wir feststellen, dass die Kuppel zum ersten Bau des romanischen Gebäudes gehört und diesem verdanken wir die Malereien des architektonischen Simulationsmotivs, die Fresken mit den Symbolen der 4 Evangelisten und die Geschichten des Heiligen Cerbone. Der Autor dieses Werkes wurde in einem Maler aus Pisa identifiziert: Enrico di Tedice. Das Gebäude überblickt die Piazza Garibaldi vom oberen Ende einer imposanten Treppe, deren Stufen auf der rechten Seite sehr steil sind. Schon auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Umbauten und Veränderungen erfahren hat und sein endgültiges Aussehen zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts erreichte. Auch aus diesem Grund wurden einige skulpturale Elemente der Kathedrale ersetzt und werden heute im Museum für Sakrale Kunst aufbewahrt. Die Fassade ist im pisanischen Stil des XI-XII Jahrhunderts und das Portal, das sich darauf öffnet, wird von einem Architrav mit einem Basrelief überragt, das einige Szenen aus dem Leben des Heiligen Cerbone, Bischof von Vetulonia und Schutzpatron von Massa Marittima, darstellt. Die Fassade, die in mehrere Ebenen unterteilt ist, ist reich an Säulen, Bögen und Statuen des berühmten Bildhauers Giovanni Pisano. Die Apsis wurde ab 1287 im gotischen Stil mit romanischen Elementen vergrößert und verändert, wahrscheinlich auch von Giovanni Pisano. Auch der Glockenturm im romanisch-lombardischen Stil aus der Zeit zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert wurde aufwendig restauriert und der obere Teil fast komplett neu aufgebaut. Im Inneren ist die Kathedrale in drei Schiffe unterteilt, die durch Travertinsäulen voneinander getrennt sind, an deren Spitze sich die Kapitelle abheben, die wiederum an den Stil von Giovanni Pisano erinnern. Hier kann man zahlreiche Gemälde und skulpturale Meisterwerke bewundern. Bemerkenswert ist die Marmorarche von San Cerbone di Goro di Gregorio (1324), eines der größten Meisterwerke der italienischen gotischen Bildhauerei, in der einige Szenen aus dem Leben des Heiligen und die von ihm vollbrachten Wunder dargestellt sind. Ein weiteres erwähnenswertes Werk ist das Taufbecken aus Travertin von Giroldo da Como (1267), auf das 1447 ein Tabernakel aus Marmor gestellt wurde. Die Majestät der sienesischen Schule von Duccio di Buoninsegna (1316), das gemalte Kreuz von Segna di Bonaventura und die K