Das Petruzzelli-Theater ist der größte Kulturcontainer der Stadt Bari und das viertgrößte italienische Theater. Er liegt im Stadtzentrum und überblickt den Corso Cavour; an seiner Südwand endet die Via De Giosa hinter dem Palazzo dell'Acquedotto Pugliese. Die Geschichte des Petruzzelli-Theaters in Bari begann, als Onofrio und Antonio Petruzzelli, Kaufleute und Reeder triestinischer Herkunft, am Sitz der Stadtverwaltung von Bari den Entwurf des Theaters ihres Schwagers, des Ingenieurs aus Bari Angelo Cicciomessere (später Messeni), vorstellten. Der Vorschlag der Petruzzelli wurde angenommen, und 1896 wurde der Vertrag zwischen der Familie und der Stadtverwaltung abgeschlossen; der Vertrag trägt das Datum des 29. Januar 1896. Zwei Jahre später, im Oktober 1898, begannen die Arbeiten und wurden 1903 abgeschlossen. Das Innere des Theaters wurde von Raffaele Armenise mit Fresken bemalt. Petruzzelli nahm dem Corato die Vormachtstellung des größten Theaters Apuliens ab. Das Theater wurde am Samstag, den 14. Februar 1903 mit Meyerbeers Meisterwerk "Die Hugenotten" eingeweiht. In den achtziger Jahren beherbergte das Theater zwei große "prime": die der Iphigenie in Tauride von Niccolò Piccinni, die nach ihrem Debüt in Paris 1779 nie wieder aufgeführt wurde, und die der neapolitanischen Version von I puritani von Bellini, die für Maria Malibran geschrieben und nie aufgeführt wurde. Das Theater projiziert die Stadt in die Welt und macht sie berühmt. Neben der Oper gibt es Musicals, Ballette und große Konzerte. Große internationale Künstler haben die Petruzzelli-Bühne betreten: Herbert von Karajan, Rudolf Nurejew, Frank Sinatra, Ray Charles, Liza Minnelli, Juliette Greco. Und dann große italienische Künstler: Eduardo De Filippo, Riccardo Muti, Carla Fracci, Luciano Pavarotti, Piero Cappuccilli, Giorgio Gaber. Petruzzelli gab auch wichtige Konzerte der Unterhaltungsmusik für die Einwohner von Bari, u.a. mit Paolo Conte, Ornella Vanoni und der Königin, und war fast während der gesamten 80er Jahre die Heimat der Musik-Fernsehsendung Azzurro. Das Innere des Theaters wurde auch als Bühnenbild von Regisseuren wie Franco Zeffirelli genutzt.