Das Wohnviertel der Villa Lante, einer der schönsten Renaissance-Gärten des 16. Jahrhunderts in der Tuscia, ist als Quadrato bekannt; hier - wo die Kardinäle und ihre Anhänger zu jener Zeit wohnten - wollten sie einen suggestiven Wasserweg aus Brunnen schaffen, der die Spitze des Hügels der Villa Lante mit dem Parterre verbindet. Das Wasser begann dann im höchsten Teil der Villa vom Diluvio-Brunnen ins Tal zu fließen, in der Fontana dei Mori. Von hier aus wird er dann zu allen anderen Brunnen abheben, die im weitläufigen Park der Villa und außerhalb des Wohngebiets verstreut sind, das zur Zeit des Baus als Jagdwald zur Freude der adligen Bewohner diente. Der Maurenbrunnen ist somit der Hauptbrunnen der Residenz und sicherlich einer der suggestivsten, der Dreh- und Angelpunkt der in allen Formen symmetrisch perfekten Architektur der Villa. In der Mitte stehen die vier Athleten (Mauren genannt wegen der brünierten Farbe, die im Laufe der Zeit den Peperino angenommen hat), die in einer gemeinsamen Anstrengung das Wappen des Peretti-Montalto unterstützen. Die Mauren befinden sich im Zentrum einer kreisförmigen Struktur, die als Brücke für einen Spaziergang im Inneren des Brunnens dient und dann in vier weitere symmetrische Becken unterteilt ist, die zur Schaffung eines Gefühls der geometrischen Harmonie beitragen. Im Mittelpunkt des Brunnens standen in der Antike nicht die Skulpturen der vier Gehilfen der Jungen, sondern eine Pyramide, die die katholische Kirche symbolisiert; deshalb befindet sich in jedem der vier seitlichen Becken auch heute noch ein Schiff mit einem Arquebusier, der mit einem Wasserstrahl auf die zentrale Komposition trifft; auf diese Weise sollte er die Angriffe darstellen, denen die Kirche in den Jahren des Baus der Villa Lante ausgesetzt war: auf der einen Seite die muslimischen Ungläubigen, die den religiösen Status quo bedrohten, auf der anderen Seite die protestantische Reformation, die in Mitteleuropa so erfolgreich war. Kardinal Alessandro Damasceni Peretti wollte später die Pyramidenskulptur durch etwas ersetzen, das seine Familie feiern könnte.
Der Besucher nimmt die geometrische Perfektion des künstlerischen Komplexes auch dank des Kontextes wahr, in den er eingetaucht ist: Um zum Brunnen zu gelangen, muss man durch ein kompliziertes Labyrinth aus sorgfältig gepflegten Buchsbaumhecken gehen.
Auf diese Weise entsteht ein fabelhafter italienischer Garten, der wieder einmal nicht nur dem Auge schmeichelt, sondern auch voller Symbolik steckt: von oben gesehen sieht er aus wie eine baumartige Nachbildung der so genannten Graticola di San Lorenzo, eines Märtyrers, der von der Kirche verehrt wird, weil er unter Kaiser Valerian zum Verbrennen auf dem Grill verurteilt wurde.